Der Club der toten Knipser

Vier Tore in einem Spiel – das schaffen nur ganz wenige Stürmer im Laufe ihrer Karriere. Vier Tore in drei Jahren dagegen – das kriegen nur die allertalentiertesten unter den Angreifern hin! Artur Wichniarek vollbrachte dieses Kunststück während seines Engagements bei Hertha BSC Berlin (2003-2006) und ist deshalb bis heute in der Hauptstadt ähnlich beliebt wie der gemeine Pornohippieschwabe. Nun kehrt „König Artur“ zurück an die reich gedeckte Berliner Tafelrunde. Er soll dort die Plätze von Tante Pante und Onkel Voronin einnehmen. Der eiskalte Vollstrecker aus Polen zeigte sich beim Trainingsauftakt selbstbewusst: „Ich will meinen Torrekord noch einmal überbieten“, steckte er Mauertaktik. Wichniarek ist nicht alleine im Club der toten Knipser.

Fredi Bobic
In den neunziger Jahren bildete er mit Krassimir Balakov und Giovane Elber das „magische Dreieck“ beim VfB Stuttgart und stürmte mit den Kollegen Poschner und Haber zur Krönung dann auch noch die Hitparade. Auf seine alten Tage versaute sich Bobic dann aber doch noch Schnitt und Ruf, als er – an der Seite von Spezi Artur – mit durchaus mäßigem Erfolg für die Berliner Hertha die Stiefel schnürte. Immerhin erzielte er während seiner zwei Berliner Jahre doppelt so viele Tore (8) wie sein kongenialer Sturmpartner. Nach dem Eintorejahr 2005 hatte ein deutscher Sportsender dann aber genug gesehen und holte die Kuh vom Eis resp. Bobic vom Geläuf.

Boubacar Sanogo
Der sympathische Ivorer ist, so die übereinstimmende Meinung der Experten, am Siedepunkt seiner Karriere angelangt. Alles, was jetzt noch kommt, ist reine Zugabe. Nach ansprechenden zehn Toren für den FCK in der Spielzeit 2005/06 ging es für den hüftsteifen Strafraumspieler quotenmäßig in die Katakomben. Sein Meisterstück lieferte Sanogo am 7. März im Trikot der TSG Hoffenheim gegen seinen eigentlichen Klub Werder Bremen ab. Drei Mal Aluminium trieben Sanogo und die Sinsheimer Zuschauer in den Wahnsinn. Summa summarum satte zwei Tore 2008/09 – kein Zweifel, der Mann ist in WM-Frühform.

Angelos Charisteas
Ottos Lieblingshellene köpfte die notorisch erfolglose griechische Equipe ganz alleine zum EM-Triumph 2004. Seitdem geht’s per Sturzflug vom Olymp gen Hades. Nach ein paar Büdchen in Holland (kann jeder) stehen seit 2007 insgesamt sieben Bundesligatreffer für den Ex-Knipser zu Buche. Im vergangenen Jahr verliehen ihn die Nürnberger Verantwortlichen nach Leverkusen, auf dass er dort den Kasten wiederfände. Daraus wurde nix. Der „Glubb“ fahndet derzeit emsig nach einer Verwendungsmöglichkeit für den Nordgriechen.

(Bild: Flickr / tadekk)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

3 Gedanken zu „Der Club der toten Knipser“

  1. angesichts der Tatsache das Bobic auch bei BorussiaDortmund nicht viel erfolgreicher war, als wie bei der Hertha, fragt Mann sich doch: wie soEiner überhaupt auf 108 Tore in 285 Spielen kommt – ich mein das sind 1Tor alle 3Spiele!!???

  2. Ja, der Bobitsch. Bei Dortmund hat er mit 17 aus 56 die Quote doch fast gehalten. Das Hannoverjahr 02/03 (14 aus 27) hat dem Schnitt auch ganz gut getan. „Doch dann fiel er ab, …“

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