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Die Causa Ribery: Alles eine Frage des Geldes?
Die Causa Ribery: Alles eine Frage des Geldes?

Kaum waren beim Auftakttraining an der Säbener Straße die Hütchen aufgestellt, zeigte sich Bayern-Manager h.c. Uli Hoeneß angriffslustig wie eh und je. Die Münchner Abteilung Attacke gab diesmal den Brettspielmuffeln aus Madrid ein wenig Nachhilfe und erklärte, welche Monopoly-Regeln im Hause Hoeneß gelten. Mauertaktik wagt einen Blick in Bayerns Spieltruhe.

Man kann es wohl einen typischen Hoeneß nennen, schließlich hätte er auch einfach sagen können: „Mal herhören, Ribery bleibt bei uns, wer aber einen komplett absurden Betrag zahlen will, kann uns gerne anrufen.“ Stattdessen genoss Herr Hoeneß den Moment, als er auf der Pressekonferenz seelenruhig und ganz sachlich anfing, von Reals Buhlen um Ribery zu berichten – mit der zufriedenen Gewissheit, dass er wenige Sekunden später einen Riesenjokus rausknallen würde.

Als „die rechte Hand von Perez das eine oder andere Mal“ in München anrief (die Nummer wurde nach Mauertaktik-Insiderinformationen auch das eine oder andere Mal von der linken Hand von Perez gewählt), so der Bayern-Manager, sei ihm der Vergleich zwischen seinem Superstar und der Schlossallee bei Monopoly aufgegangen. Und Hoeneß wäre nicht Hoeneß, wenn er dem Ganzen nicht noch einen drauf gesetzt hätte. Denn „wir haben vier Hotels drauf gebaut“, so Würstchen-Uli weiter. Auch wenn es eine solche Hotelregel natürlich nur bei Hoenopoly gibt, war die Aussage dahinter selbst all jenen klar, die Malefiz für einen Sour-Cocktail halten.

„Nur wenn jemand ganz verrückte Dinge machen würde, würden wir überlegen“

Doch Fuchs, der er ist, hat Uli Hoeneß natürlich die Hintertür einen Spaltbreit aufgelassen. Bei einem gänzlich verrückten Angebot könne man über einen Transfer reden, gleichwohl Hoeneß seine spanischen Kollegen wissen ließ, dass er für 50 Millionen „nicht mal den Hörer abnehmen“ würde. Ob er damit nun meinte, dass er sich bei einem solchen Angebot jemanden kaufen würde, der für ihn den Hörer abnimmt, oder dass die Verhandlungsbasis weit höher liegt – eines ist Fakt: Wenn die Kohle stimmt, wird die Schlossallee sofort verscherbelt.

Apropos verscherbeln: Zum Verkauf im bajuwarischen Monopoly stehen wohl die beiden Häuser auf der Badstraße (die maroden Objekte Ottl und Lell) sowie der irgendwie komplett überflüssige Südbahnhof (Jose Ernesto Sosa). Desweiteren ist ebenfalls noch nicht geklärt, ob in München auch im nächsten Jahr am Samstag Nachmittag die italienische Version von Blinde Kuh gespielt wird. Eines scheint jedoch sicher: Tim Borowski wird beim FC Bayern nicht mehr sein „Spiel des Lebens“ machen. Boro wird wohl sich allem Anschein nach direkt nach Bremen begeben, dabei nicht über Los gehen, dafür aber wahrscheinlich mindestens 4.000 Mark einziehen. Am Ende geht’s halt doch immer nur ums Geld.

Bild: flickr.com / Secret Pilgrim