Hrubeschs kalte Krieger

Die deutsche U21 hat sich mit einem begeisternden 4:0 gegen das Mutterland des Fußballs den Europameisterschaftstitel gesichert. Besonders toll: So Multikulti war Schland noch nie! Coach Horst Hrubesch konnte zwanzig Jahre nach Ende des Kalten Krieges auf die Crème de la Crème der weiland verfeindeten Blöcke zurückgreifen. Hier sind Hottes Beste!

Jerome Boateng (Berlin – Westsektor)

Jerry B. gehört neben Bruder Kevin-Prince und Roland Kaiser zu den erfolgreichsten Exporten des Westberliner Nobelbezirks Wedding. Die „Berliner Mauer“ brachte mit perfektem Stellungsspiel die Gegner der deutschen U21 während der EM in Scharen zur Verzweifelung. In seiner Wahlheimat Hamburg spielt der smarte Hüne zur Zerstreuung an freien Nachmittagen gerne auch mal ein paar Halbwüchsige an die Fußballkäfigwand. Nur die Harten komm‘ in Garten, wie man im Wedding schon in der Kinderkrippe lernt…

Andreas Beck (UdSSR)

Einer der zähesten Kämpfer bei der TSG Hoffenheim und im deutschen U21-Team. Kein Wunder: Schon in seiner sibirischen Heimat pfiff Blondschopf Beck meist eisiger Wind ins Gesicht. In Becks Geburtsort Kemerowo gab es als Freizeitvergnügen nur Eisfischen im Hochsommer (Mitte August) und „Rocky IV“ auf Schwarz-Weiß-VHS für die kalten Winterabende (September bis Juli). Sowjet-Fighter Ivan Drago gewann natürlich in der leicht geschönten sowjetischen Neuverfilmung stets per Blitz-K.O. in der ersten Runde. Das Fußballspielen erlernte der wegen seines prominenten deutschen Doppelgängers seit der Grundschulzeit nur „Bumm-Bumm-Beck“ gerufene Hänfling dann in Baden-Württemberg. Mit einer fulminanten Mittelstreckenrakete gegen Italien ballerte Beck Hrubeschs Jungs ins Endspiel in Malmö.

Sandro Wagner (DDR)

Als Geburtsort von Wagner gibt der DFB München an – es ist aber natürlich sonnenklar, dass kein Wessi dieser Welt (nicht mal ein Bayer) seinem Kind so einen Vornamen geben würde… „GDR“ ist dann folgerichtig auch als Geburtsland in Wagners E-Jugend-Spielerpass angegeben. Wäre das Finale gegen England nach 78 Minuten abgepfiffen worden, hätte der Boulevard über den Ronny Rockel des deutschen Fußballs gnadenlos getitelt: „Wendeverlierer Wagner.“ Doch dann machte Sandro Impossibile den Sack zu und haute nochmal mit Schmackes drauf. Zwei eiskalte Tore – jetzt winkt Südafrika…

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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