MAUERTAKTIK | Fußball-Satire & Bundesliga-Liveticker header image 2

Cinderella stolpert auf der Zielgeraden

29. Juni 2009 · Franco Persico · Keine Kommentare ·

Fast hätte es geklappt. Die US-Amerikaner waren kurz davor ihre Cinderella-Story zum Happy End zu bringen. Wie auch insgesamt dieser Confederations Cup mit vielen spannenden und torreichen Spielen zu unterhalten wusste, war insbesondere die Geschichte der amerikanischen Mannschaft bemerkenswert. Vor dem letzten Gruppenspiel waren sie schon abgeschrieben und hatten bis dahin nur durch zwei Rote Karten in zwei Spielen auf sich aufmerksam gemacht. Es folgten zwei beeindruckende Siege gegen Ägypten und Spanien. Und auch im gestrigen Finale lag Aschenputtel schon mit 2:0 vorne, bis die Brasilianer dann dem Traum doch ein Ende setzten.

Werfen wir einen Blick auf diese Truppe aus den Vereinigten Staaten. In der Abwehr, wo früher noch König Drosselbart (Alexi Lalas) regierte, stehen nun gestandene Spieler aus den europäischen Topligen. Zu nennen sind da sicher Carlos „Los“ Bocanegra und Oguchialu „Oguchi“ Onyewu. Besonders der baumlange Onyewu stellte im Halbfinale den spanischen Sturm in den Schatten. Der brasilianische Ansturm konnte dann in der zweiten Hälfte nicht mehr bewältigt werden, wie es auch schon in der Vorrunde beim 0:3 nicht so richtig geklappt hatte.

Das Tor hütet ein ehemaliger Mannschaftskamerad von Lothar Matthäus. Tim Howard war bis 2003 bei den New Yorker Metrostars aktiv. Inzwischen ist er ja bekanntlich in der englischen Premier League unterwegs. Wäre natürlich schöner gewesen, wenn er nach Deutschland gegangen wäre und er hier eine Pressekonferenz à la Loddar hätte geben können. Vielleicht wäre er ja was für die Bayern? Aber die hatten ja in diesem Jahr schon ihren US-Boy. Der Auftritt von Donovan an der Isar bleibt in der Vereinsgeschichte der Bayern aber nur ein kleines Unterkapitel des Kapitels „Das Missverständnis mit Klinsi“. Dass der Junge was kann, hat er nicht erst gestern mit seinem Tor bewiesen.

Herz des amerikanischen Spiels ist aber der Texaner Clint Dempsey. Der Spieler vom FC Fulham ist ein Mann mit vielen Qualitäten. Berühmtheit haben seine verschiedenen Torjubel erlangt. Er kann dabei auf ein großes Repertoire zurückgreifen, welches von Klassikern wie dem Homerun-Schlag bis zu Tanzeinlagen reicht, die an den heimischen Squaredance erinnern. Aber auch außerhalb des Fußballplatzes hat Dempsey Talente. So ist er als waschechter Trailer-Park-Junge natürlich auch Rapper und hat unter dem Pseudonym „Deuce“ sogar schon einen Song auf Platte gebracht.

Eine Mannschaft mit durchaus interessanten Charakteren. Hoffen wir also, dass sich die USA für die WM qualifizieren und dort weiter an der Cinderella-Story gefeilt werden kann.

(Bild: flickr.com / Yogi unter creative commons)

Ähnliche Artikel:

  1. Was Lahm nicht aufschrieb
  2. DFB-Pokal II: Rot gegen Blau
  3. Irgendwie hulkig
  4. Versteht der kleine Mann den Europapokal überhaupt noch?
  5. Zwei Mal zwei macht Mai

Kategorie: Nationales Interesse

0 Kommentare

  • Noch keine Kommentare...

Beitrag kommentieren