Uwe Seeler droht WM-Aus

Bei Südafrikanern total beliebt: Uns Vuvu

Seit einer knappen Woche regiert König Fußball in Südafrika, doch beim Confed-Cup dreht sich derzeit nicht alles um das runde Leder. Die Generalprobe für die große Bühne im nächsten Jahr droht zu scheitern. Grund dafür ist aber keine FIFA-Arschgeige, sondern ein Musikinstrument: Die Tröte des Grauens…

Während es Namensvetter Uns Uwe gerade ziemlich ruhig angehen lässt, ist die Vuvu-zela zur Zeit in aller Munde. In doppeltem Sinne. Während die Fans der „bafana bafana“ in ihre Trompeten blasen, als gäb’s kein Morgen mehr, echauffieren sich Reporter, alle anderen Fans und mittlerweile sogar Profis über die armlangen Krachmacher. Spaniens Xabi Alonso forderte mit Blick auf die Weltmeisterschaft ein Verbot der Instrumente, da Kommunikation und Konzentration gestört seien. Doch macht die Vuvuzela tatsächlich so viel Lärm? Definitiv ja.

Das längliche Blasintrument erinnert in seiner Form an den Rüssel eines ausgewachsenen Afrikanischen Elefanten und tatsächlich macht eine einzelne Vuvuzela so viel Radau wie Colonel Hathi mit seiner gesamten Elefantenpatrouille. Früher dienten tiefgefrorene Elefantenrüssel als Vuvuzela. Da der Trötspaß zu dieser Zeit aber aus Klimagründen zeitlich begrenzt war, stellte man dann alsbald auf Kunststoff um. Seitdem dauert eine Strophe 90 Minuten.

Was also tun gegen den ohrenbetäubenden Lärm, wer hilft gegen die dezibelmäßig gesundheitsschädlichen Horrortröten? Die EU? Machtlos! Die Kanzlerin? Zwar total fußballbegeistert, aber derzeit angeblich verhindert („Krise“). Traurig aber wahr, der gemeine Fan muss sich wohl tatsächlich auf Joseph S. Blatter verlassen. Doch der Schweizer hat einem möglichen Verbot der Plastiktrompeten vorerst eine Absage erteilt, da diese zu den einheimischen Fans und somit zur Fankultur Südafrikas gehören.

Nicht ganz unrichtig. Andererseits will man sich gar nicht ausmalen, wie exorbitant laut resp. nervig es wird, wenn die Stadien in einem Jahr dann nicht mehr nur halb, sondern ganz voll sind. Der Druck auf Blatter und die FIFA jedenfalls wächst, in dieser Sache ist das letzte Wort bestimmt noch nicht getrötet.

(Bild: Wikimedia Commons / Florian K.)