Hochadel und Höhenflüge

Polanski bei Dreharbeiten in Mönchengladbach
Polanski bei Dreharbeiten in Mönchengladbach

Der Sommer ist traditionell die Zeit der Wechselspiele. Nachdem nun einige Trainerstühle neu bestückt wurden, wird es langsam auch bei den Spielertransfers rasanter. Einige Rückkehrer und Neuankömmlinge in der Bundesliga stehen schon fest. Mauertaktik nimmt sie unter die Lupe.

Zu diesen Rückkehrern zählt Eugen „Roman“ Polanski. Der defensive Mittelfeldmann wechselte vor einem Jahr nach Spanien, nachdem sein Vertrag in Gladbach nicht verlängert wurde. In Getafe konnte er sich dann allen Unkenrufen zum Trotz durchsetzen, absolvierte 26 Spiele und brachte es auf immerhin acht Gelbe Karten. Nun also der Wechsel zum Karnevalsverein nach Rheinhessen. Narrhallamarsch!

In Hoffenheim setzt man dagegen auf alten Adel. Für die Offensive wurde der ghanaische Stürmer Prince Tagoe aus der saudischen Liga geholt. In der Bundesliga konnten Blaublüter, abgesehen vom Kaiser, bisher nur selten Akzente setzen. Ausnahmen davon, also einen erfolgreichen Adel, gibt es aber auch. Man denke beispielsweise an Arie van Lent, Prinz Poldi oder Adel Sellimi. Neben Tagoe stehen zwar bereits weitere Neuzugänge im Kraichgau fest, damit scheint die Einkaufstour aber noch nicht am Ende. Allerdings wird es in dieser Sommerpause sehr schwer den FC Bayern in puncto Transfervolumen noch zu schlagen. Große Spannung an der etwas anderen Tabellenspitze!

Bei der Berliner Hertha löste hingegen Schmalhans den Hoeneß-Dieter als Küchenmeister ab. Trotzdem konnte man mit Christoph „Carsten“ Janker schon einen Neuzugang präsentieren. Der ehemalige Hoffenheimer hatte seinem bisher größten Auftritt im Februar diesen Jahres, als er sich mit dem Kollegen Ibertsberger zehn Minuten erfolgreich vor den Doping-Kontrolleuren verstecken konnte. Ein Riesenspaß, den die DFL leider nicht verstand: 75.000 € Geldstrafe.

Den womöglich größten Coup landete aber der VfB Stuttgart. Man konnte den Sohn von Blau Weiß 90 – Legende Karl-Heinz Riedle von den Grasshoppers aus Zürich verpflichten. Alessandro soll ähnliche Flugeigenschaften besitzen wie sein berühmter Vater. Er wird aber wohl zunächst nur durch die Stadien der 3. Liga flattern. Aber schon bald könnte er auch in der Bundesliga landen. Sehr wahrscheinlich sogar, denn Karl-Heinz Rummenigge hatte es früher schon einmal erkannt: „Riedle muss man nur füttern. Dann kommt irgendetwas dabei raus.“

(Bild: wikimedia commons / Borusse86)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

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