Der Germane ohne Keule

Oliver Kahn wird heute 40. Wir gratulieren dem ehemaligen Welttorhüter recht herzlich – vor allem noch einmal dazu, dass er dem FC Schalke 04 abgesagt hat! Eine ausdrückliche Enthaltung jeglicher Geburtstagswünsche übermittelte uns Alexander Famulla per Fax. Oliver Kahn – eine Karriere wie ein Bilderbuch, ein Leben wie ein Film.

Bereits gestern lief die tolle Doku „Oliver Kahn und die Liebe zum Fußball“. Ein anonymer Fan verglich den bulligen Keeper darin mit einem typischen Germanen, der bei der Herrmannsschlacht „aus dem Busch springt und einem Römer mit der Keule eins überbrät“. Eine Keule? Aber bitte – ein Titan braucht doch keine Keule! Mit Leichtigkeit kann man sich den blonden Hünen vorstellen, wie er geschmeidig aus dem Teutoburger Gehölz hechtet und mit der behandschuhten Doppelfaust gleich mehrere von Varus‘ Mannen ins Elysium schickt, um sich dann gepardengleich abzurollen, ohne eine Miene zu verziehen. Klingt unrealistisch? Fragen Sie mal Sammy Kuffour…

Unbestritten in der Fußballhistoriographie ist, dass die deutsche Elf ohne Olli Kahn niemals ins WM-Endspiel von Yokohama eingezogen wäre. Heftig debattiert wird allerdings die Frage, ob wir mit einem anderen Keeper das Finale nicht vielleicht gewonnen hätten… Wiedemauchsei – für alle Nörgler gibt es hier den ultimativen Knebel:

In Asien ist King Kahn eine Ikone. Derzeit dreht der Mann, der drei Chinesen auf einem Handschuh tragen kann, im Land der Mitte eine eigene TV-Show ab: „The Kahn Principle“. Der Schwächste flog natürlich schon vor der ersten Sendung – und zwar hochkant durch den Fünfer. Für den, der sich vom Charles Darwin der Keeperzunft am längsten quälen lässt, winkt ein einwöchiges Torwarttraining bei Kahns altem Studio-Spezi Gerry Ehrmann. Da gibt’s dann nochmal richtig vor den Latz. Gut möglich, dass King Kahn derweil gleich ganz im Ausland bleibt. In Japan ist er seit 2002 populärer als der Kaiser. Die Japaner freuen sich sogar, wenn Olli-San ein komplettes Basketballspiel versaut (wie in einem Werbespot geschehen)…

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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