94 Mio. für Häuptling Hasenfuß

Trotz Verkleidung in Madrid abgeblitzt: Ronaldo d.Ä.
Trotz Verkleidung in Madrid abgeblitzt: Ronaldo d.Ä.

Cristiano Ronaldo wechselt von Manchester United zu Real Madrid. Madrilenenpräsident Schimon Peres ließ sich den wieselflinken Weltstar 94 Millionen Euro kosten (umgerechnet etwa 15,6 Trillionen Peseten). Darüber hinaus überweisen die „Königlichen“ der Diva mit den Zauberstiefeln jährlich rund 10 Millionen Euro für die laufenden Kosten (Champagner, Learjets, Schokotörtchen). Wie soll diese Wahnsinnssumme jemals amortisiert werden? Mauertaktik weiß es.

94 Millionen für Ronaldo? Diejenigen, die den internationalen Fußball nicht aus nächster Nähe verfolgen, stellten sich zunächst die Frage, warum um alles in der Welt ein Weltverein nur so viel Geld für einen dicken Glatzkopf hinblättert, der seinen Zenit vor sieben Jahren bei der WM in Asien überschritt. Kenner der Branche wissen natürlich, dass es nicht um den Brasilianer mit den Hasenzähnen sondern um den Portugiesen mit der Entenschnute geht.

Wie Mauertaktik exklusiv erfahren hat, soll die Stadt Madrid sich in nicht unerheblichem Umfang an der Rekord-Transfersumme beteiligt haben. Die Gewerbe der spanischen Hauptstadt wollen sich an der Fußball-Diva gesundstoßen, allen voran die Friseurszunft. C. Ronaldos gegelter Minipli, den wir zuletzt beim Michael Jackson der späten achtziger Jahre sahen, bedarf stündlicher Pflege. Die Coiffeure Madrids stellen bereits fleißig neu ein und putzen ihre Salons heraus, die Schlecker-Märkte der Region bereiten sich auf Pomadenhamsterkäufe vor. In den Katakomben des Bernabeu-Stadions wird sich ein ständiger Einsatztrupp mit Fön und Kamm bereithalten – denn wehe der Klaus Kinski des internationalen Sports findet zur Halbzeit ein Haar in der Suppe resp. auf seiner Stirn!

Auch die spanische Filmbranche hofft auf einen nachhaltigen Aufschwung und plant eine Feature-Reihe mit Häuptling Hasenfuß. Der strauchelnde Ibero-Western soll dank Ronaldo in neue Sphären eintreten. „Der Muchacho hat Talent“, verriet uns ein Kenner der Szene. In den letzten Monaten reisten regelmäßig mehrere spanische Casting-Agenten zu den Spielen von Manchester United. Besonders begeistert zeigte man sich von Ronaldos Pistolero-Pose vor direkten Freistößen. „Er erinnert an den jungen Eastwood“, hieß es. Allerdings sollen dem portugiesischen Jungdarsteller Schwalben beim Dreh auf der staubigen Dorfstraße per Vertragsklausel untersagt werden.

(Bild: Flickr / Batrax)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

9 Gedanken zu „94 Mio. für Häuptling Hasenfuß“

  1. Geiler Artikel.
    Bin ma gespannt ob Häuptling Hasenfuß da einschlägt und die gewünschten Millionen reinspült, wie es einst ein David Beckham gemacht hat durch seinen Trikotabsatz allein in Asien.

  2. Nachdem die Rückennummer 7 für Opa Raúl reserviert ist, wird spekuliert, dass der portugiesische Pomaden-Pelé die 9 bekommen soll. Das wäre nun natürlich ein leicht verunglückter Schachzug der Werbeabteilung, da sich Real-Trikots mit der Aufschrift 9-Ronaldo bereits in sämtlichen Kinderzimmern von hier bis Taipeh stapeln.

    Ob man die ausgegebene Geldmenge („Nehmt Eure fünf stärksten Männer und tragt soviel davon wie Ihr könnt!“, Pérez bei den Verhandlungen) so wieder reinbekommt ist also fraglich. – zur Veranschaulichung der Dimension: Für die gezahlte Ablösesumme hätte man Edi Glieder für ganze 188 Jahre ausleihen können.

    Gruß,
    Reksilat.

  3. Ich hätte es begrüßt, wenn sie den dicken Ronaldo verpflichtet hätten. Meiner Meinung nach ein sehr sympathischer (weil er dick ist?) Fußballer mit einem tollen Torriecher.

    Da ich Real Madrid irgendwie mag, finde ich es etwas bedenklich, dass die so viel Kohle in so nen schleimige Saftnudel gesteckt haben. Guter Fußball ja, aber das bringt alles nix, wenn hinten ein Blindfisch wie Pepe rumrennt oder Gesichtselfmeter nur das Heil in der Offensive sucht und dann hinten freut. Oder wenn die Mannschaft immernoch über das nicht-gegebene Tor jubelt, dabei aber vergisst, dass auch in Spanien nicht-geahndete Tore nicht zählen (http://www.youtube.com/watch?v=dh_tmNYCIa0).

    Pro Top-Transfers, Contra Millionentransfers, Pro Verteidiger kaufen, Contra 24 Mittelfeldspieler und 13 Stürmer im Team.

  4. @ Interhans / briegel: Danke für die klasse Links und die weiterführenden Ansichten.

    @ Reksilat – C. Ronaldo die 9 zu geben, wäre tatsächlich leicht deppad. Es sei denn, man schreibt ihm einen anderen Namen hinten drauf. „Ronaldo Jr.“ oder „Cristiano R.“ oder so (wobei letztere Version ein bisschen nach Heroin am Hauptbahnhof klingt…)

Kommentare sind geschlossen.