Trainerflucht aus Deutschland

Auf der Flucht: Dr. Christoph Kimble
Auf der Flucht: Dr. Christoph Kimble

Jetzt hauen sie alle ab! Ein neues Phänomen erschüttert die Bundesliga: Die Trainer gehen stiften! Erst setzte sich der HSV-Übungsleiter Martin Jol ins holländische Exil ab, nun kehrt auch noch Ex-Bundestrainerkandidat Christoph Daum der Domstadt den Rücken und in seine türkische Wahlzweitheimat zurück. In Frankfurt und Gladbach erklärten die Trainer ihren Abschied, in Bochum und Leverkusen könnte ähnliches bevorstehen. Was macht die deutsche Trainerbank so hart? Schlechtes Wetter, Finanzkrise, Volksmusik? Die Gründe sind nicht abschließend zu klären. Mauertaktik stellt sich die entscheidendere Frage: Wer besetzt nun die leeren Stühle?

In Hamburg hat man eigentlich eine in Ansätzen erfolgreiche Saison gespielt und muss nun trotzdem einen vom Trainerkarussell pflücken. Oder man bedient sich in der Hansestadt altbekannter Gesichter. Der sympathische Quadratkopp Valdas Ivanauskas wurde leider schon am Ernst-Abbé-Sportfeld in Jena bei Carl Zeiss verheizt und kommt somit vorerst nicht für höhere Aufgaben in Betracht. Was machen die Anderen? Jan Furtok ist derzeit Präsident beim GKS Kattowitz, wäre also tendenziell zu haben. Thomas „Gravedigger“ Gravesen hat in diesem Jahr auch seine Karriere beendet und könnten in den Trainerstab oder zum Sicherheitspersonal des HSV wechseln.

Die sauberste Lösung in Köln wäre sicherlich, wenn Poldi als Spielertrainer übernehmen würde. Sollte dies aber nicht klappen, könnte man in Analogie zur Heynckes-Reaktivierung auch verdiente Trainer wieder in Amt und Würden setzen. Morten Olsen wirkt in Dänemark zur Zeit etwas amtsmüde. Rot-weißes Dynamit hat schon öfter zum rot-weißen FC gepasst. Aber da wäre zum Beispiel auch Erich Rutemöller, der zwar zur Zeit im Iran tätig ist, aber er könnte nun, nach 18 Jahren, wieder an den Rhein zurückkehren. Auch wenn seine konspirativ geplante Aktion mit Frank „Otze“ Ordenewitz damals auffiel, ist Rutemöller immer noch einer der fähigsten Fußballlehrer. Wir sagen: „Mach et, Erich!“

Die anderen suchenden Vereine müssen dann eventuell mit den üblichen Verdächtigen vorlieb nehmen, obwohl es natürlich wunderbar wäre, wenn ein Martin „O.J.“ Dahlin oder ein Jan-Aage Fjörtoft in die Bundesliga zurückkehren würden. Aber die Skandinavier verdingen sich derzeit im Managementbereich in ihren Heimatländern und in der Bundesliga muss man ob der Trainerflucht wohl auf die alteingesessen Kräfte zurückgreifen. Alteingesessen im wahrsten Sinne des Wortes ist natürlich Udo Lattek (Sonntag, DSF, vorne links), aber der Altmeister steht wohl nicht zur Verfügung. Steppi hat auch schon abgesagt. Er ist schwer beschäftigt, hat gerade einen Sliwowitz angesetzt. Alles in allem steht also eine schwierige Trainersuche bevor. Wir wünschen viel Spaß dabei!

(Bild: Wikimedia Commons / Superbass unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

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