Spiel des Jahres für den DFB

Beschwerliche Anreise für die Fans
Beschwerliche Anreise für die Fans

Es gibt keine schwachen Gegner mehr in Europa. Diese sinnige Sentenz, seit den Tagen von Bundestrainer Rudi Völler fest im Phrasenarsenal jedes Fußball-Experten verankert, stellt den Deutschen Fußballbund immer öfter vor Probleme: Wo findet man ambitionslose Länderauswahlen, die in Jahren ohne großes Turnier mit saft-, kraft- und lustlosen deutschen Spielern die Klingen kreuzen, ohne die deutschen Kicker dabei allzu sehr blamieren zu wollen? Die Antwort auf diese Frage zauberte DFB-Reiseleiter Dr. Zwanziger flugs aus dem Hut: In Asien.

Am heutigen Dienstag kommt es dann also zum zweiten Aufeinandertreffen mit einer asiatischen Fußballkleinmacht binnen fünf Tagen. Die lange herbeigesehnte und oft besprochene „Asienreise“, an der nur die notorischsten Grantler etwas auszusetzen haben, begann mit einem 1:1 gegen die chinesische Equipe Rouge. Im bevölkerungsreichsten Land der Erde beginnt man erst langsam mit dem Züchten von Fußballspielern. Folgerichtig reichte es gegen elf mäßig bemühte Bundesadler für die Olympiaausrichter von 2008 zu nicht mehr als einem Unentschieden.

Da die deutsche Reisetruppe auf dem Rückflug ordentlich die Korken knallen lassen will (Singstar-Legende Olli Kahn kündigte bereits für das obligatorische Onboard-Karaoke „Rama Lama Ding Dong in the Style of Hermes House Band“ an), sollen die Vereinigten Arabischen Emirate in the style of großem Fußball in die Schranken gewiesen werden. Die deutsche Vormachtstellung im Fußball wird schließlich auch am persischen Golf verteidigt…

Die VAE (keine österreichische Popband!) bissen sich bereits zwei Mal die Zähne am deutschen Fußball aus. Dabei schafften es die sympathischen Wüstenkicker immerhin, sich als Fußnote in der deutschen WM-Geschichte zu verewigen. 1990 kam man in der Vorrunde mit 5:1 unter die Stollen von Völler, Klinsmann, Bein und Matthäus.Vier Jahre später trafen die beiden Teams in Abu-Dhabi erneut aufeinander. Beim 2:0-Sieg der Vogts-Elf traf unter anderem Maurizio Gaudino, dem die begeisterten Scheichs dafür prompt ein paar Jahreswagen schenkten.

Anno 2009 bietet Auswahltrainer Jogi Löw die besten Spieler auf, die Zeit und Lust hatten. Im Tor steht ein Neuer. Außerdem zum Debüt kommen sollen Christian „White“ Träsch und Tobias „Wer“ Weis. Die Partei leitet im Übrigen ein gewisser Nasser Derwisch – ganz offenbar handelt es sich hierbei um einen schludrig ausgewählten Decknamen. Nach Mauertaktik-Informationen wird Ex-Keeper Oliver Kahn (in Asien nur als „Der irre Staudamm“ bekannt) die Partie in Dubai leiten. Dies sei Teil seiner Absprache mit dem DFB, teilte uns ein Maulwurf im Tross mit.

(BIld: Flickr / tom_greatoutdoors unter Creative Commons)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.