Bis einer heult!

Ein altes Ritual feiert seine Rückkehr: Die Relegationsspiele, oder wie der feine Franzose sagt: Die Barrage. Um den letzten freien Platz in der Bundesliga kämpfen dieses Jahr daher der Club aus Nürnberg und die Energie aus Cottbus im Direktduell. Wie sinnvoll die Rückeinführung dieses Modus ist, wird man sich dieser Tage insbesondere im Frankenland fragen. In den Niederlanden und England werden nach Saisonende sogar ganze Play-offs veranstaltet. Was ist das Ziel? Offizielle Verlautbarungen sprechen von Spannung, Erotik, Nervenkitzel. Wir schauen auf die Vergangenheit der Relegation.

Zunächst waren die Relegationsspiele dazu bestimmt den dritten Aufsteiger aus der zweigleisigen Zweiten Bundesliga zu bestimmen. Im ersten Duell dieser Machart im Jahre 1975 prallten dann der FK Pirmasens und Bayer 05 Uerdingen aufeinander. Die pfälzische Legende des FKP zog dabei den Kürzeren, wobei dessen Spitzname in Anbetracht des heutigen Spieles spektakulärerweise „Die Klub“ lautet. Die Klub verabschiedete sich nach 4 Jahren Zweitligafußball dann auch in „der“ Amateur-Oberliga, wo es seitdem zu packenden Duellen mit Hassia Bingen und dem SV Niederauerbach kommt.

Die Mannschaft von Bayer 05 Uerdingen ist zusammen mit dem 1. FC Saarbrücken auch Rekordteilnehmer in der Relegation. Die Krefelder machten sich natürlich mit einem der größten Spiele aller Zeiten, dem 7:3 gegen Dynamo Dresden, unsterblich. Aber kickten damals noch Größen wie Matthias Herget, Wolfgang Funkel und Rudi Bommer in der Grotenburg, versinkt der Verein heute in der Bedeutungslosigkeit. Schade eigentlich, insbesondere der Grotifant ist Weltklasse!

Auch die „Eumel von der Hafenstraße“, wie sie Kalle Kutowski gerne nennt, haben zweimal erfolglos versucht über die Relegation in die Bundesliga vorzustoßen. Rot-Weiß Essen unterlag dabei den Nürnbergern und dem KSC. Die derzeitige sportliche Realität sieht auch dort alles andere als rosig aus. Ablesen kann man das auch am Trikotsponsor. Begann man 76/77 vielversprechend mit „Deichmann Schuhe“ auf der Brust, muss man nunmehr mit der Sparkasse Essen vorlieb nehmen.

Von 1982 bis 1991 fand die Relegation dann zwischen Erst- und Zweitligisten statt. Das Highlight war hierbei sicher die Relegation 1986 als Jürgen „Kobra“ Wegmann mit einem Tor in letzter Minute die Dortmunder Borussia gegen Fortuna Köln ins Entscheidungsspiel rettete. Dieses fiel dann relativ deutlich aus (8:0) und der BVB war gerettet. Wegmann machte in der Folge dann auch Karriere bei Bayern und als Rhetoriktalent („Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu.“). Die Kölner erfreuten sich noch 14 Jahre der zweiten Liga bis auch hier der Absturz einsetzte. Es handelt sich also offensichtlich um richtungsweisende Spiele. Heute Abend geht’s los!

(Bild: flickr.com / honikum unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

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