Bayern auf Shopping-Tour

Der letzte Akt der Bundesliga-Saison 2008/09 ist kaum vorüber, da beginnt bereits das Geschachere um die Protagonisten. Während die wichtigsten T-Fragen bereits in den letzten Wochen der zurückliegenden Spielzeit geklärt wurden (Alkmaar nach München, Aschaffenburg nach Gelsenkirchen, Augsburg nach Wolfsburg), zerrt und zoppelt die Liga nun an allen Spielern, die nicht Vertrag bis 2030 haben. Der FC Bayern hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt – und kauft, bis die Goldkarte raucht.

Warum holte Münchens größter Fußballklub in der vergangenen Saison keinen einzigen Titel? Die Antwort ist einfach. Die bayrische Sturmreihe war so gefährlich wie ein Rudel zahnloser Otter. Nur ein einziger Stürmer, der diese Bezeichnung in Ansätzen verdiente, dazu ein verweinter Exilant sowie ein Bewegungstalent mit der Geschmeidigkeit einer Tipp-Kick-Figur – lediglich Arminia Bielefeld wartete in den letzten zehn Monaten mit noch mehr Harmlosigkeit an vorderster Front auf.

Das wird jetzt alles anders, schwor man sich an der Isar. Und besser sowieso. Der zündende Gedanke kam Uli Hoeneß und Co. am 4. April während eines Gastspiels in Niedersachsen. Damals rappelte und schepperte es im Bayern-Karton, dass der Rest der Liga sich noch Tage später darüber kaputtlachte. Grund: Der Gegner war tatsächlich mit zwei Angreifern aufgelaufen, die das machen, was sie machen sollen. „Da müssen wir hin, Uli“, sagte Uli zu Uli, als er wieder einmal beschämt zu Boden blickte.

Seitdem ist die ebenso simple wie erfolgversprechende Strategie der Münchner Verantwortlichen: Hamsterkäufe bei der Konkurrenz. Mit Ivica Olic und Mario Gomez warb man bereits den schnellsten Pinguin und die eleganteste Gans des Oberhauses ab. Auch der schönste Seitenscheitel Sloweniens, Milivoje Novakovic, soll im Rahmen des Ablösespiels für Prinz Peng entwendet werden – weitere Entführungen im In- und Ausland sind nicht ausgeschlossen. Neutrainer van Gaal wird es dann obliegen, die Knipser-Armada irgendwie in ein System einzubauen. Man vertraut da ganz auf die Fantasie des findigen Holländers. Der sagte schon: „Jeder muss überall spielen können“ – vor allem ganz vorne.

80 Tore sind das absolute Mindestziel des strauchelnden FC Bayern für die kommende Spielzeit. So viel schoss der deutsche Meister 2009. Und zuletzt der Deutsche Meister 1986. Der kam aus München… Vom Titelträger lernen, heißt knipsen lernen.

(Bild: Flickr / 2493TM)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

1 Gedanke zu „Bayern auf Shopping-Tour“

  1. in der RegioWest da kickt noch so ne eschte Granate

    Mölders Rot-Weiss Essen 26Tore

    über den hat Rudi Bommer mal in seiner MSVzeit gesagt: der Sascha – das is ne Fackel!!

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