Das nächste Finale ist immer das schwerste

Finaaale!
Finaaale!

Es ist soweit. Bremen hat heute die Chance den Europapokal an die Weser zu holen. Es handelt sich zudem vorerst um das letzte Finale des UEFA-Cups in dieser Form und unter diesem Namen. Es kann also Geschichte geschrieben werden. Morgen könnte es dann frei nach Rolf Töpperwien heißen: „Thomas Schaaf betritt deutschen Boden!“ Mauertaktik analysiert die Rahmenbedingungen.

Stadion: Das Endspiel findet im Şükrü-Saracoğlu – Stadion von Fenerbahçe Istanbul statt. Die Schüssel wurde bis 2008 fein saniert. Auf dem neu eingezogenen Rasenteppich lässt sich sicher ordentlich kicken. Das Stadion liegt im Istanbuler Stadtteil Kadıköy, es ist also das erste UEFA-Cup-Finale in Asien. Istanbul könnte durchaus ein Standortvorteil für die Bremer sein. Wie ja die jüngsten Gastspiele Istanbuler Mannschaften in Deutschland zeigen wurden diese jeweils begeistert empfangen. So wird es sicher auch für eine deutsche Mannschaft in Istanbul sein.

Gegner: Die Gegner für Werder heute abend kommen aus dem ostukrainischen Donezk am Donez. Der Verein heißt Schachtjor, was auf Deutsch in etwa „Bergmann“ bedeutet. Wir haben es also mit dem Bergmann-Borsig der Ukraine zu tun. Während die Nord-Berliner aber echte Originale wie Paule Beinlich und Christian Beeck hervorbrachten, herrscht im Schachtjor-Vereinsheim feinste Oligarchie. Da rollt natürlich die ein oder andere Kopeke und es werden brasilianische Talente en masse an Land gezogen. Die sollen vorne treffen. Hinten setzt man eher auf einheimisches Spielermaterial, zu nennen wäre hier beispielsweise Dmytro Chygrynskyy (hat übrigens alle Ausgaben von Yps).

Wetter: Heute nach Osten hin wechselnd bewölkt und einzelne Regenschauer, örtlich auch Gewitter. Sonst heiter, abends lockere Quellwolken und eher geringe Schauerneigung, aber weitgehend niederschlagsfrei. Festes Schuhwerk nicht vergessen.

Mannschaft: Die Aufstellung, die die Werderaner für heute abend wählen, ist geprägt von Kompromissen. Diego und Mertesacker werden geschont um am Wochenende Wolfsburg die Meistersuppe zu versalzen. Besonders bezüglich Diego war es gar nicht so einfach ihn aus dem Finale rauszuhalten. Dazu bedurfte es einer konzertierten Aktion mit Kumpel Alex Silva. Thomas Schaaf rief dem Bremer Brasilianer nur schnell zu: „Mach et, Diego!“ und schon begann er der weiblichen Verwandtschaft des Silvaners Komplimente zu machen. Der bedankt sich mit einem freundlichen Klaps. Der Schiri versteht kein Wort und zeigt vorsichtshalber Gelb. Mission accomplished. Aber kein Grund Trübsal zu blasen: Özil macht den Diego, Tziolis den Özil usw. Alles gar kein Problem. Fazit: Der Pott ist greifbar nahe!

(Bild: flickr.com / terry6082books unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

1 Gedanke zu „Das nächste Finale ist immer das schwerste“

  1. Hallo liebe Autoren dieses Blogs,

    ich wollte euch fragen, ob ihr an einem Linktausch oder einem Gastartikel auf http://www.stadionzeitung.eu/blog interessiert seid. Ich bin der Besitzer dieses Fußball-Blogs und momentan sind wir 2 feste Autoren und 2 weniger aktive Autoren.

    Unser Blog ist noch recht jung (dieses Jahr gestartet) und wächst von Tag zu Tag immer weiter.
    Wenn ich euer Interesse geweckt habe, schreibt uns bitte eine Mail an die angegebene E-Mail-Adresse oder besucht einfach unseren Fußball-Blog.

    Mit freundlichen Grüßen
    Igor

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