Alles scheint bereits entschieden, noch bevor der letzte Bundesliga-Spieltag ausgetragen wurde. Der VfL Wolfsburg, so sind sich alle Experten einig, ist Deutscher Fußballmeister 2009. Trainerkollegen und Journalisten gratulieren Felix Magath bereits einträchtig zum Meistertitel, selbst Uli Hoeneß scheint zu resignieren. Doch Obacht – die Messe ist noch nicht gelutscht, der Drops nicht gelesen! Mauertaktik zeigt, wie die anderen Teams noch den Titel einfahren können.
So wird Bayern Meister
Die Bayern erlebte man im diesjährigen Bundesliga-Schlussspurt handzahm wie selten. Dabei streckte doch mit Ex-Coach Felix Magath ein schier ideales Hassobjekt die Geheimratsecken durch die Holzwand der Schwammwurfbude. Alles nur Einlullmanöver! Auch der Punktverlust in Hoffenheim gehört zum fiesen Masterplan der Münchner. Beginnend am heutigen Montag tritt die Abteilung „Zücho-Radau 2.0“ auf den Plan. Stündlich werden seit dem frühen Morgen über Twitter Halbwahrheiten über die VW-Städter verbreitet („Polofahrer stinken! #wob“), Kalle Rummenigge kündigt Bernd Hollerbach die Facebook-Freundschaft und die IT-Abteilung der Säbener Straße hackt sich in Magaths Smartphone und installiert ein Michael-Ballack-Hintergrundbild. Resultat: Der VfL verliert völlig verunsichert gegen sturzbetrunkene Bremer Europafighter. Bayern ist Meister.
So wird Stuttgart Meister
Die Schwaben haben sich noch immer durchgesetzt, wenn es am letzten Spieltag um den Meistertitel ging. Grund: Die erdrückende Überlegenheit der Rechenzentren längs des Neckars. Der VfB fuhr daher schon immer genau die Ergebnisse ein, die er brauchte. Als Paradebeispiel des schwäbischen Dreisatzes darf die Saison 1983/84 gelten, als die Stuttgarter locker eine knappe Niederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Hamburg nach Hause schaukelten, um sowohl die Elbestädter als auch die Gladbacher Fohlen dank des besseren Torverhältnisses auf die Plätze 2 und 3 zu verweisen. Spielt Wolfsburg 0:0, reicht der Babbel-Elf bereits ein 14:0-Sieg in der Allianz-Arena. Wir haben schon Wölfe kotzen sehen.
So wird Hertha Meister
Auch der Hauptstadtclub hat noch alle Chancen auf die Schüssel. Trainerfuchs Lulu Favre hat für das Endspiel beim KSC einen tollen Coup ausgeheckt, der das Grundproblem der Berliner (Toreschießen) auf einen Schlag behebt. Der Schweizer Coach wirft alle Taktikbedenken über den Haufen und beruft sowohl Marko Pantelic als auch Andrej Voronin in die Startformation. Denn nur noch bedingungsloser Offensivfußball kann den Herthanern die Meisterschaft bescheren. Zugegeben: Es muss schon Historisches passieren, doch warum sollen nicht auch mal 24 Tore drin sein? Mauertaktik weiß, was im Buli-Endspurt möglich ist: Alles, ja wirklich alles – außer Tiernahrung).
(Bild: Flickr / tehusagent)
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4 Kommentare
1 ckwon // 18. Mai 2009 um 12:15 Uhr
Liebe Mauertaktiker,
ich bin schwerstens enttäuscht. Mensch, sonst liegt ihr doch mit allem immer richtig…aber wenn Wolfsburg am Samstag verliert, dann reicht Stuttgart ein einfacher Sieg zur Meisterschaft.
2 Fränck von Schleck // 18. Mai 2009 um 13:19 Uhr
Jou, völlig korrekter Einwand. Sorry für die mathematische Fehlleistung. Jetzt müsste das Szenario stimmen…
3 Peter // 18. Mai 2009 um 13:35 Uhr
Au weia, das ist ja ein ziemlich dicker Bock.
Bei Yahoo/Eurosport steht’s noch falsch. ich drück euch die Daumen, dass euch dieser Fauxpas nicht den bestimmt lukrativen Auftrag von Yahoo/Eurosport kostet. Eure Kolumnen sind nämlich richtig klasse.
(Hertha kann’s übrigens so oder so nicht mehr schaffen – denen reichen in keinem Szenario 24 Tore…)
4 Peter // 18. Mai 2009 um 13:37 Uhr
Ha, so schnell geht’s. Natürlich reicht das bei ner Wolfsburger Niederlage und nem Unentschieden in München…
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