Meisterschaft: Diese Promis zittern mit

Wolfsburger Mannschaftsbus (ca. 1968)
Wolfsburger Mannschaftsbus (ca. 1968)

Im Endspurt um die deutsche Meisterschaft werden alle Mittel mobilisiert. Die vier Titelkandidaten setzen nun auch vermehrt auf die Unterstützung der lokalen Prominenz. Deswegen bieten wir unseren Lesern ein Revival unseres Erfolgsformats „Die feine Prominenz“: Welche Stars zittern mit in Stuttgart, Berlin, München und Wolfsburg?

Stuttgart: Der Star-Regisseur mit Migrationshintergrund Roland Emmerich unterstützt natürlich seinen VfB. Auch Ehren- und Alterspräsident Gerhard Mayer-Vorfelder erkennt den Hollywoodmann in der Loge sofort: „Ahhh, Herr Emmerich. Bei der WM ’66 fand ich sie richtig klasse und dieses Tor gegen Spanien…” Emme nickt nur ab. Auch um die VfB-Leistungsträger kümmert er sich generös: Die meisten bekommen Rollen für Independence Day 2: Cacau spielt den US-Präsidenten, Jens Lehmann einen verrückten Wissenschaftler und Ludovic Magnin einen Alien.

Berlin: Die größten Berliner Promis sind leider allesamt schon über die Spree gegangen. Günter Pfitzmann, Harald Juhnke und Hildegard Knef verstarben in den letzten Jahren – Bert Brecht verabschiedete sich bereits vor Gründung der Bundesliga. Die Hertha-Fanclubs feiern die Meisterschaft zunächst mit der ersten Staffel „Praxis Bülowbogen“ auf VHS. Für das Festbankett wird der Dresscode „Barfuß oder Lackschuh“ ausgegeben, Marko Pantelic geht dabei seinen falsch übersetzenden Mannschaftskameraden auf den Leim und lackiert sich die Zehennägel. Karaoke-Star Heike Makatsch reinterpretiert zu später Stunde den Knef-Klassiker „Sag‘ mir, wo die Schale ist“.

München: Was Schiri-Legende Wolf-Dieter Ahlenfelder erst 1975 in Bremen erreichte, konnte Vollblutschauspielerin Martina Gedeck schon viel früher von sich behaupten: Wenn sie ihren Nachnamen sagt, kriegt sie lecker Pilskorn serviert. Was wenige wissen: über die Kulturschaffende ist zwischen der Bundeshauptstadt und der bayerischen Landeshauptstadt ein wahrer Kampf entbrannt. Sie ist zwar in München geboren, lebt aber schon seit 1971 in Berlin. So ist eine fiese Rückholaktion der Isarstädter im Gange: Gedeck wird seit Jahren mit Bayerischen Filmpreisen überhäuft, jetzt bekam sie sogar den Bayerischen Verdienstorden. Demnächst wird wohl der Anruf von Rhetorikpapst Ede Stoiber kommen, der ihr eine FCB-Mitgliedschaft und lebenslang Erdinger alkoholfrei anbietet. Ausgang ungewiss.

Wolfsburg: Peter Hartz ist zurück. Zunächst wird er nur Berater des Vereins auf Grund seiner guten Brasilienkontakte. Zunehmend bekennt er sich aber auch öffentlich zur Liebe zum VfL. Er gibt wertvolle Taktiktipps (sogenanntes Hartz IV-IV-II) und stellt sich absolut in den Dienst des Vereins. Für ein paar Wochen vertritt er sogar Maskottchen Wölfi. Großes leistet er dann bei der Planung des Meisterschaftsumzugs. Er besorgt 10 alte Hippie-VW-Busse, die dann durch die ganze Stadt fahren sollen (also einmal ums Stadion).

(Bild: Flickr / jhritz)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.