Was ist eigentlich die englische Woche?

Auf dem Weg ins Wochenende...
Auf dem Weg ins Wochenende...

Sie gehört zur Fußball-Bundesliga wie die Segelohren zu Prince Charles: Die englische Woche. Großbritanniens größter Exportschlager neben Earl Grey und schlechter Popmusik beschert seit über 43 Jahren allen Fußball-Junkies Spaß am Dienstag und Mittwoch. Doch was ist die englische Woche eigentlich, wo kommt sie her, wo will sie hin? Mauertaktik entstaubt die Archive.

Wunderlich erscheint bereits beim ersten Besehen, dass die englische Woche nur zwei Tage hat, während Wochen im Rest der Welt dem Format 5+2 entsprechen. Ein Blick in die Geschichtsbücher liefert die Erklärung. Kurz nach dem Krieg wurde von Winston Churchill aka „The British Bulldog“ die langfristige Kurzarbeit in der britischen Verfassung verankert. Damit sollte nicht nur die Massenarbeitslosigkeit behoben sondern auch der Konsum angekurbelt werden. Eine zukunftsweisende Maßnahme! Fortan folgten bereits nach zwei Tagen Arbeit zwei Tage Pub mit Entspannung bei warmem Bier und Rauferei. Binnen weniger (englischer) Wochen hatte sich die Volkswirtschaft der Angelsachsen erholt – und gedeiht bis zum heutigen Tag prächtig.

Dass das englische Jahr nunmehr 92 Wochen hat, kratzt zwischen Newcastle und Brighton keine Sau. Winnies Zweitagewoche war vielmehr ein Segen für den englischen Fußballverband. Nur so können überhaupt neben mitunter 46 Ligaspielen auch die Aufstiegsrunde sowie die nationalen und internationalen Pokalwettbewerbe untergebracht werden. Auch die Fans waren happy. Bier und Fußball werden seitdem im Überfluss konsumiert – gearbeitet wird hauptsächlich an der eigenen Plauze. Das Volk ist zufrieden und huldigt der Queen.

Von den Engländern lernen heißt siegen lernen. Diesem plausiblen Nachkriegsmotto folgend führte auch der DFB in den Pionierjahren der Bundesliga die englische Woche ein. Am 20. Oktober 1965, einem Mittwoch, kam es zum Novum. Bereits um 15:45 Uhr wurden die ersten drei Partien in Berlin, Mönchengladbach und Neunkirchen angepfiffen. Insgesamt 52.000 Zuschauer wollten die Nachmittagskracher sehen – was dafür spricht, dass auch im Deutschland der Sechziger die wenigsten Menschen einer geregelten Beschäftigung nachgingen.

(Bild: Flickr / Georgio)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

1 Gedanke zu „Was ist eigentlich die englische Woche?“

Kommentare sind geschlossen.