Der Mauertaktik Meister-Check

Objekt der Begierde
Objekt der Begierde

Jetzt geht es Knall auf Fall, Rumms auf Wumms. In zwei Wochen steht der Deutsche Meister 2009 endgültig fest. Vier Mannschaften bemühen derzeit fleißig den Tabellenrechner. Mit dabei in der Titeltombola (Hauptpreis: 1 handgefertigte Salatschüssel) sind Tabellenführer VfL Wolfsburg, der ewige FC Bayern, die Berliner Hertha und der VfB Stuttgart. Welche Elf wird am 23. Mai triumphieren, welcher Käpt’n darf die Schale in den deutschen Sommerhimmel recken? Mauertaktik macht den Meister-Check.

Nervenstärke
Kalt wie Hundeschnauze vor der gegnerischen Kiste präsentiert sich derzeit der VfB Gomez. Keine Frage: Die Schwaben haben mehr Auftrieb als Reiner Calmund als Schiffbrüchiger in der Ostsee. Der VfB muss aber am letzten Spieltag zu den Bayern. Hier riecht es traditionell vor entscheidenden Spielen in der Gästekabine recht streng. Der FCB ist unbestrittener Meister der Psychologischen Kriegsführung, rund die Hälfte der bislang 21 nationalen Titel (Stand: 11. Mai) sicherten sich die Münchner durch Hypnose der Konkurrenz. Der sprichwörtliche „permanente Druck“, der auf dem Rekordmeister lastet, kann den Kessel aber auch mal zum Bersten bringen. Hier schlummert die Chance für Wolfsburg und die Hertha, die ihre Saisonziele (Guter Fußball resp. 55.000 Liter Freibier) bereits erreicht haben.

Titelsammlung
Größter Erfolg in der Vereinsgeschichte des VfL Wolfsburg ist bis dato ein dritter Platz beim Unicef-Altherren-Kick 2007. Holger Ballwanz verwandelte damals den entscheidenden Elfmeter im kleinen Finale gegen die „Zidane Allstars“. Der Wolfsburger Briefkopf – eine Tabula Rasa, die selbst John Locke verzücken würde. Hertha BSC feierte die letzte Meisterschaft kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg. Der VfB Stuttgart konnte immerhin drei Titel seit Gründung der Bundesliga einfahren, ist außerdem UI-Cup-Sieger 2000 und 2002. Konkurrenzlos an der Spitze hier natürlich der FC Bayern, der in den vergangenen fünf Jahren acht Doubles und vier Triples einfuhr. Hungrig ist was anderes.

Last-Minute-Erfahrung
Sehr wichtig für die entscheidenden Partien und insbesondere für die Nachspielzeit des 34. Spieltags ist die Frage: Waren die Vereine schon einmal in einer ähnlichen Situation? Gähnende Leere herrscht in der Erfahrungsschatulle der Berliner und Wolfsburger. Als der Hauptstadtclub zuletzt um die Meisterschaft spielte, hieß der deutsche Kanzler Brüning. Den VfL Wolfsburg gibt es erst seit dreieinhalb Jahren. Klarer Vorsprung diesbezüglich für den VfB Stuttgart und den FC Bayern. Die Schwaben nahmen bereits zwei Mal die Schale in Empfang, weil die Konkurrenz kurzfristig verhindert war. Die Bayern darf man erst abschreiben, wenn sie im Flieger in den Sommerurlaub sitzen.

Fazit
Wolfsburg, Bayern, Hertha und der VfB zotteln punktgleich über die Ziellinie der Saison 2008/09. Am Pfingstwochenende wird die Meisterschaft dann unter Aufsicht des DFB durch ein Lattenschießen im Höchster Stadtpark zwischen Guido Buchwald, Michael Preetz, Patrik Andersson und Roy Präger entschieden.

(Bild: Flickr / probek)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.