Duell der Superhelden

Gedränge bei der Mannschaftssitzung
Gedränge bei der Mannschaftssitzung

Das Duell HSV – Werder geht in die dritte Runde. Heute Abend steht die wahrscheinlich wichtigste der vier Partien auf dem Programm. Auf beiden Seiten stehen dabei Helden, wie sie im (Bilder-)Buch stehen. Zeit für die Mauertaktik-Analyse der Protagonisten, die versuchen werden all ihre Kräfte einzusetzen um ein Weiterkommen ihres Teams zu ermöglichen.

Auf Seiten der gastgebenden Hamburger kehrt in der Defensive der „Silvasurfer“ zurück. Man hofft, dass seine psionischen Kräfte stabilisierende Wirkung haben. Denn das ist klar: ein Tor muss Bremen mindestens schießen. Vorne sorgte „Superboy“ Trochowski im Hinspiel für das 1:0. Der 1,69 m-Riese hatte sich zum Glück seine Sprungfedern umgeschnallt und nickte lässig ein. Der Lohn: Taschengelderhöhung und er darf jetzt auch nach der Sesamstraße noch eine halbe Stunde aufbleiben.

Vorne wirbelt wieder „Marathonmann“ Pitroipa, der regelmäßig 90 Minuten durchrennt. Was viele nicht wissen: Pit Roipa absolviert meist schon vor dem Training einen Iron Man und fährt im Anschluss noch locker mit dem Kickboard nach Hause. Ihm zur Seite steht mit Ivica „Pinguin“ Olic einer der Bösewichte der Mannschaft. Sein watschelnder Gang ist dabei nur eine perfide Tarnung. Im entscheidenden Moment zündet er die Rakete und lässt seinen Mitspieler stehen oder pickt den Ball listig über die Linie. Auf der Bank sitzt der ruhende Pol, Martin „Das Ding“ Jol. Der versteinerte Übungsleiter sorgt übrigens mit seiner übermenschlichen Stärke beim Training oft für Kurzweil, wenn er Medizinbälle zerdrückt oder mit Hanteln jongliert.

Auf Bremer Seite hofft man auf ein Offensivfeuerwerk, das den Volkspark das Fürchten lehrt. Dabei kann man mit den Schüssen von „Knalldo“ und „Fringsbums“ ebenfalls auf pure Urgewalt vertrauen. Knalldo haut mit seiner Kanonenkugel den stärksten Eskimo vom Schlitten. Und Fringsbums schießt einer Fliege aus 40 Metern ein Auge aus. Ein so starkes Duo gab es zuletzt in „Zwei Asse trumpfen auf!“

Den Außenbahnen wird im heutigen Duell eine entscheidende Bedeutung zukommen. Dort wirbelt bei Werder „Boenischman“. Das flinke Talent fliegt dabei die Linie auf und ab. Seine Beidfüßigkeit gibt ihm zusätzlich den Vorteil, dass er von beiden Seiten hinter das Tor flanken kann. Hinten drin steht mit „Dr. Timbo“ Wiese dann der wahre Rückhalt der Bremer. Seine Spezialität: die beidbeinig eingesprungene Grätsche auf Kopfhöhe. Daneben kann er auch Gedanken lesen. Ein womöglich entscheidender Vorteil, wenn es wieder zum Elfmeterschießen kommt. Das steht zwar noch in den Sternen, freuen wir uns aber auf ein spannendes Spiel.

(Bild: flickr.com / ZacharyTirrell unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

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