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England schlägt England – Barca im Finale

6. Mai 2009 · Fränck von Schleck · 3 Kommentare ·

War die längste Zeit in England Kult

War die längste Zeit in England Kult

Sowas hat man selten gesehen. Ein englisches Team spielt 90 Minuten wie ein italienisches, schwenkt dann noch kurz vor Schluss auf ein Bayern-1999-Revival um – macht summa summarum ein 1:1. Das Finale findet ohne den FC Ballack statt. Der konnte aber diesmal wirklich nix dafür, lief 95 Minuten brav nebenher, um ja nicht sein altes Trauma zu reanimieren und sich den dritten gelben Karton einzufangen und bekam dann vom Schicksal doch wieder fies eins in die Visage. Eine Frage schreit nach Antwort: Wer ist der Schuldige? Mauertaktik weiß es.

Drei Wörter: Right Said Fred. Wer die UEFA im Vorfeld derart nasführt wie der FC Chelsea und es schafft, mit dem Leadsänger der englischen Glatzenkombo (”I’m too sexy!”) ausgerechnet einen Landsmann als “Unparteiischen” zu installieren, der muss dann auch B wie Britpop sagen und den Sack frühzeitig zumachen. Da hilft es nur bedingt, den einzigen Stürmer nach 70 Minuten rauszunehmen und ab dann einen auf AC Mailand zu machen (vulgo hinten Maldini, vorne Inzaghi resp. lieber Gott). Fußball ist nunmal leider kein Picknick und Iniesta kein Eichhörnchen. Da rappelt’s im Phrasenschwein. Und im Kasten.

Ja klar, den einen oder anderen Elfer hätte man auch geben können. Aber der gute Fred ist halt auch kein ausgebildeter Schiri. Die strittigen Szenen taugen natürlich wunderbar zur nachträglichen Mythenbildung. Unser um ein weiteres Finale gebrachter Nie-so-ganz-Michi setzte dann auch nach der letzten Pfeif-doch-du-Sack-Szene zum Heiner Brand sine Walrossschnauz an. Wie das Handball-Urviech brach der Fußball-Vize jedoch die Leibesübung zum Leidwesen aller Cagefight-Fans vor den Fernsehempfängern verfrüht, also knapp vorm Blutvergießen, ab.

Dieter Drogba wollte nach dem Schlusspfiff dann auch nochmal ran, fand zwar seine Machete nicht, die sicher noch etwas Pepp in die Angelegenheit gebracht hätte, veranlasste Glatzen-Fred aber zu einer Aktion, die alles Vorangegangene an Albernheit noch übertraf: Er zeigte dem Ivorer Gelb. Damit ist Drogba im Finale gesperrt. So wie Ballack. Und Lampard. Und noch ein paar andere. Ob das zum Titel reicht?

(Bild: Wikimedia Commons / Manfred Werner / Tsui)

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Kategorie: Internat. Frühschoppen

3 Kommentare

  • 1 Grammatikstar // 7. Mai 2009 um 0:13 Uhr

    “Ja klar, den ein oder anderen Elfer hätte man auch geben können.”

    tut ziemlich weh beim Lesen…

  • 2 Fränck von Schleck // 7. Mai 2009 um 9:04 Uhr

    Wenn wir nicht solch akribische User hätten. Toll. Vielen, vielen Dank. Auch im Namen meiner Eltern.

  • 3 Horschd // 7. Mai 2009 um 13:41 Uhr

    Ich bin begeistert! Wie schon so oft. Einfach rundum gut. V.a. Fred und das Ende haben mich sehr zum Lachen gebracht. Danke.
    Ich freu mich schon jeden Tag!
    Liebe Grüße!

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