Alte Herren für die Bundesliga

Alt liegt im Trend
Alt liegt im Trend

Bayer Leverkusen hat den ersten Transfercoup für die kommende Saison gelandet. Die Rheinländer angelten sich Liverpools Abwehrrecken Sami Hyypiä aus dem finnischen Meerbusen. Ein Super- bzw. Hypergeschäft, denn der gute Mann kostet nicht mal Ablöse. Die einzige Frage, die man sich da noch stellt: Hat man mit 35 Jahren nicht vielleicht schon seinen Zenit im harten Fußballgeschäft überschritten? Klare Antwort: Nein! In Zeiten von künstlichen Hüftgelenken und Vitamin C + Zink – Lutschpastillen kann man auf jeden Fall bis ins hohe Alter Sport treiben, aber zumindest ein bisschen in der BuLi mitkicken.

Mauertaktik fordert daher mehr solcher genialen Transferschachzüge. Wenn die Oligarchen und Heuschrecken uns schon die Liga leerkaufen, holen wir uns einfach ein paar Knaller älteren Baujahrs. Hier sind ein paar Vorschläge, die sich die Scouts mal näher anschauen sollten.

Rivaldo: Der ehemalige Weltfußballer wechselte nicht etwa zur Schauspielerei, wie viele sicher vermutet hatten, sondern ist noch fußballerisch aktiv. Der gelernte Schmierenkomödiant, der sein Talent bei der WM 2002 mit seiner Nummer „Aua, mein Kopf tut weh!“ unter Beweis stellte, spielte bis zum letzten Jahr noch im Land der klassischen Komödie. Nach der nicht unerfolgreichen Zeit bei Olympiakos Piräus und AEK Athen wechselte er nun zum usbekischen Topclub Bunyodkor Taschkent. Ein „Sprungbrett“ in die Bundesliga?

Tomasz Hajto: Ein Comeback könnte das polnische Rauhbein Hajto feiern. Der ist derzeit bei LKS Lodz unter Vertrag. Aber einen Abwehrspieler, vor dem der Gegner (zu Recht) Angst hat, kann man eigentlich immer gebrauchen. Unerreicht sind bislang seine 16 gelben Karten in einer Saison. Allerdings ist dieser Titel nach den anhaltend überzeugenden Leistungen von Rafinha in dieser Kategorie (bislang 12 Kartonagen) mittelfristig in Gefahr. Höchste Zeit für die Rückkehr!

Martin Pieckenhagen: Ebenfalls ein Bekannter ist Martin Pieckenhagen. Seit seiner Trennung vom Hamburger SV spielt der Keeper für Heracles Almelo. Seine Aufforderung an die Mitspieler: „Wir müssen jetzt endlich den Arsch hochkriegen und Eier zeigen.“ sorgte seinerzeit für einige Missverständnisse im hanseatischen Kader. Jetzt drängt Pieckenhagen aber mit aller Macht zurück in die heimische Liga. Dabei ist ihm jedes Mittel recht um auf sich aufmerksam zu machen: Er erzielte auch schon ein Tor aus dem Spiel heraus.

Filippo Inzaghi: Was soll man zu diesem Spieler noch sagen? Wie jeder deutsche Fußballfan weiß, handelt es sich bei „Superpippo“ eigentlich um den Teufel, der in Gestalt einer Schwalbe diverse europäische Fußballfelder heimsucht. Aber auch ein Inzaghi wird (scheinbar) älter und könnte sich nach neuen Herausforderungen umsehen. Können da die Vereine aus dem Land des Faust widerstehen? Oder gehen sie doch einen unheiligen Pakt mit dem Europapokalrekordtorschützen ein? Wohl doch eher unwahrscheinlich.

Dean Windass: Als letztes noch ein echter Geheimtipp. Windass, der Fußballer mit dem besten Namen seit Rüdiger Schnuphase, ist auf dem Markt. Der inzwischen 40-Jährige ballerte letzte Saison noch Hull City in die Premier League. „Deano“, dessen Markenzeichen neben wichtigen Toren der gekonnte Griff in die Weichteile des Gegenspielers ist, steht aber inzwischen in Hull auf dem Abstellgleis. Ein absoluter Pflichtkauf!

(Bild: flickr.com / James Cridland unter creative commons)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

1 Gedanke zu „Alte Herren für die Bundesliga“

  1. Ich wäre noch für Galasek, Wörns und wenn wir schon dabei sind: Hidetoshi Nakata (32 J. alt), der seit fast drei Jahren inaktiv nun im japanischen Pseudo-Sportfernsehen seine Runden dreht – zwischen gecasteten Pop-Acts und semiprofessionellen Wrestlern. Ich hätte sofort ein Trikot mit der 7! Also, BuLi-Vereine, holt Nakata!

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