Was macht eigentlich…Andreas Brehme? (6)

"Bedanken möchten wir uns auch bei den Fans, auf denen wir uns immer verlassen konnten."
Bedanken möchten wir uns auch bei den Fans, auf denen wir uns immer verlassen konnten.

Deutschlands Fußballoberhaus spielt Trainerreise nach Jerusalem und schon kursieren die wildesten Theorien in Sachen Übungsleiter, spektakuläre Namen allerorten. Magath, Rangnick, Klinsmann, Heynckes – Mauertaktik wirft den nächsten Namen in den Ring und fragt: Was macht eigentlich Andreas Brehme?

Die Spekulationen im deutschen Blätterwald werden immer absurder, nur die Besten der Besten des Internationalen Trainerismus werden genannt, von Louis van Gaal über Frank Rijkaard bis Lothar Matthäus. Doch was spricht eigentlich gegen die einfache deutschsprachige oder zumindest einfaches Deutsch sprechende Lösung? Warum um Himmels willen fehlt der Mann in den Notizblöcken der Scouts , der 1990 das wichtigste Tor einer ganzen Generation geschossen hat?

Andy „Andreas“ Brehme (Jahrgang 1960) hat als aktiver Fußballer so ziemlich alles erreicht, was man erreichen kann: Deutscher Meister mit Bayern München (1987) und Kaiserslautern (1998), Pokalsieger mit Kaiserslautern (1996), Italienischer Meister und Uefa-Cup-Sieger mit Inter (1991), Stattlichste Vokuhila in der 3. Klasse (1973), Weltmeister (1990) und und und (1980-1998).

Nach seiner aktiven Zeit verdingte sich der gebürtige Hamburger und Kfz-Schrauber als Co-Kommentator bei der WM 1998, musste aber schnell feststellen, dass das Jonglieren mit Bällen deutlich einfacher ging als mit Wörtern („Die Brasilianer sind ja auch alle technisch serviert“). So kehrte er wieder zum Fußball zurück und erwarb 1999 mit Hilfe von Klassenprimus Matze Sammer und diversen Spickern die DFB-A-Trainerlizenz.

Nach einem zweijährigen, halbwegs erfolgreichen Engagement als Teamchef beim 1. FC Kaiserslautern lernte Brehme dann auch schnell die Schattenseite des Fußballs kennen. Sowohl in Unterhaching als Chef (2004/2005) als auch in Stuttgart als Assi von Sprachgulaschkanone Trapattoni (2005/2006) musste Andy Brehme („Mit rechts flach ins linke Eck“, Gerd R., 1990) jeweils wegen Erfolglosigkeit vor Ablauf der Saison die Segel streichen. Dazu der Weltmeister von 1990 ebenso richtig wie sinnfrei: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“

Andreas Brehme ist zur Zeit als DFB-Botschafter (u.a. „1000 Mini-Spielfelder“) tätig und wäre also als Trainer noch zu haben. Einziger Nachteil natürlich der Weltmeister-Fluch: So ziemlich alle Mitglieder der Elf von 1990 versuchten nach ihrer aktiven Zeit vergeblich, eine erfolgreiche zweite Karriere als Trainer oder Sportdirektor dranzuhängen. Es kommt also nicht von ungefähr, dass so viele Niederländer so heiß gehandelt werden…

(Bild: wikimedia commons / Dappes)

1 Gedanke zu „Was macht eigentlich…Andreas Brehme? (6)“

Kommentare sind geschlossen.