FC Bollywood sucht neuen Regisseur

Warum nicht mal ein Ami?
Warum nicht mal ein Ami?

Wer übernimmt zur kommenden Saison das Zepter beim deutschen Rekordmeister? Die Liste der Kandidaten ist so lang wie die Stelzen von Luca Toni. Noch herrscht vollkommene Unklarheit. Soll es ein inländischer Übungsleiter richten (hier sind Matthias Sammer, Mehmet Scholl oder Armin Veh im Rennen)? Oder legt man das Schicksal des deutschen Fußballs in die Hände eines Fremden (Arsene Wenger, Erik Gerets oder gar Martin Jol)? Mauertaktik bringt ein paar neue Namen ins Rennen…

Rudi Gutendorf
Keiner könnte so viel Erfahrung aus dem Vorkriegsfußball mitbringen wie der Trainer-Uropa aus Koblenz (Baujahr 1926). Er würde den Schalker Kreisel zu neuen Ehren führen und zur Auflockerung im Trainingslager auch mal ein altes Märchen aus Tansania erzählen. Probleme könnte die Übermittlung des Lebenslaufs bereiten (985 Seiten, gebunden 28 kg). Gutendorfs Patenonkel Jopi Heesters stünde aber für die Intonation der neuen FCB-Vereinshymne bereit.

Michael Henke
Der von der deutschen Meuchelpresse völlig zu Unrecht „ewiger Assi“ geziehene Jungtrainer könnte mit einem Engagement bei den Bayern endlich aus dem Schatten von Trenchcoat-Otze treten. Henke bewährte sich bereits in der Pfalz, wo er fast fünf Monate tätig war und mit dem FCK in 13 Partien tolle neun Punkte sammelte. Konfliktpotential könnten Henkes offen zur Schau getragene Ressentiments gegen die Wendeverlierer (Henke: „Ossipack“) bergen. Toni Kroos müsste sich wohl einen neuen Verein suchen…

Werner Lorant
Herr Cholerik mehrte seine Berühmtheit durch den legendären Ausraster am Kundentelefon eines Elektronikmarkts („Ich haun weg!“). Experten sind sich einig: Werner Beinhart würde den Münchner Millionarios binnen weniger Tage mit Steinzeitmethoden das Verlieren austreiben. Zeit hätte der Mann mit der Sturmfrisur auf jeden Fall. Gerade endete sein Engagement beim DAC Dunajská Streda (Zweite Liga Wallachei). Problematisch: Seine Engagements werden mit der Zeit immer kürzer. Seit dem Abschied beim Münchner Lokalrivalen im Oktober 2001 tobte der gelernte Anstreicher bei nicht weniger als zehn Clubs an der Seitenlinie.

Aleksandar Ristic
Bonbon-Alex könnte die seit dem Abschied von Trap in München etwas in Vergessenheit geratene Tradition der Brüll-und-Zeter-PK wieder aufleben lassen. Schließlich sind von ihm Aussagen überliefert wie: „Spieler haben scheiße gespielt! Tut mir leid, kann ich nichts für, würde ich auch gerne anders sagen, aber Spieler haben scheiße gespielt! Absolute Scheiße!“ In Zeiten des auftrumpfenden Relativismus muss ein Trainer das Kind eben auch mal beim Namen nennen können! Der Bosnier hat darüber hinaus ein ebenso simples wie geniales Erfolgsrezept entwickelt: „Musst Du trinken, wirst Du Meister!“

(Bild: Flickr / gilesclement)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.