
Galant selbst mit Federboa: Felix Magath
Eine Meldung brachte die deutschen Medien gestern an den Rande des Herzkaspers. Felix Magath wechselt auf die Trainerbank von Schalke 04! Das will jedenfalls eine süddeutsche Zeitung in Erfahrung gebracht haben. Reaktion: Beredtes Schweigen auf beiden Seiten – Mauertaktik hat genug gehört. Das Ding ist durch wie es durcher nicht sein kann! Zeit für den ersten Ausblick. Was erwartet Magath auf Schalke? Antwort: Ein Wolfsburg in XXL.
Faktor Stadion: Statt maximal 30.000 Zusehern und meist gepflegter Langeweile auf den Rängen der VW-Arena wird Dressman Magath künftig vor mehr als 60.000 Fans die Coaching Zone als Laufsteg nutzen. Zugegeben: Die Gelsenkirchener Plebs hat noch weniger Sinn für Designeranzüge als die biederen Niedersachsen. Diesem Problem begegnet der Schalker Neutrainer mit einem gerissenen Schachzug (siehe unten).
Goldesel-Faktor: Der Schalker Hauptsponsor scheißt mehr Dukaten als alle Autobauer entlang der A2. Mit den russischen Fantastilliarden werden für Felix Rex unter anderem Ronaldo (der dünne, schnelle), Drogba und Arschawin über den Ärmelkanal an die Emscher gelotst. Die Zweiteklassestürmer Grafite und Dzeko bringt Magath für die Bank und die gute Stimmung aus Wolfsburg mit. Beim Schalker Sponsor ist auch das Kriterium Nachhaltigkeit erfüllt. Denn Gas wird natürlich immer gebraucht. Wer will sich schon seine Hühnerbrühe wieder über dem Feuer vor dem Höhleneingang aufwärmen?
Faktor Erfolg: In der genügsamen VW-Stadt lautete das Saisonziel für Magath stets: Guter Fußball. In Schalke wartet man dagegen seit dem Vormärz auf einen Meistertitel. Kein Zweifel: Der gewiefte Trainerfuchs wird hier Psychotherapie mit dem Brecheisen zur Anwendung bringen müssen, um Mannschaft und Umfeld auf Titelkurs zu bringen. Für die nötige Gehirnwäsche hat sich Magath bei Amazon bereits das Gesamtwerk von L. Ron Hubbard geordert. Der Erfolgsdruck ist immens. Vereinspapst Assauer formulierte im Vorfeld die Erwartungen: „Alles muss, nichts kann!“
Faktor Pott: In Gelsenkirchen findet Konditionsbolzer Magath („Menschenschinder des Jahres 2007“) ideale Voraussetzungen für ein innovatives Trainingsprogramm vor. So wird die Saisonvorbereitung vollständig unter Tage bestritten. Magath dazu: „Frische Luft wird überschätzt.“ Mit feinem Gespür für die Folklore der Region trägt Pseudo-Malocher Magath zum Brioni-Anzug bei Pflichtspielen einen kleidsamen Grubenhelm in Königsblau. Die 40.000 arbeitslosen Kumpel unter den Fans wickelt er mit diesem Schachzug um den kleinen Finger.
(Bild: Wikimedia Commons / Dierk Andresen)
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2 Kommentare
1 Nedo // 30. Apr 2009 um 15:51 Uhr
Nicht den Wirtschaftsfaktor für die klammen Gelsenkirchener unterschätzen. Die chronisch arbeitslosen Einwohner haben ganz neue Jobchancen in der Medizinball-Industrie
2 Der große Buli-Check zur Rückrunde (II) | MAUERTAKTIK | Fußball-Satire & Bundesliga-Liveticker // 15. Jan 2010 um 12:01 Uhr
[...] – doch wer kannte vor der Saison Christoph Moritz oder Lukas Schmitz? Der Knappen-Coach (siehe auch: Dressman unter Tage) hat das goldenste Händchen seit Gerd Fröbe – zuzutrauen ist dem Schleifer mit der [...]
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