Klinsis geheime Tagebücher

Mann des Volkes: Jay G.
Mann des Volkes: Jay G.

Nach der Entlassung von Jürgen Klinsmann am gestrigen Montag kommt die deutsche Journaille auch heute nicht zur Ruhe. Mauertaktik-IM „Schuhplattler“ entdeckte in einem Papierkorb am Tegernsee am späten Abend das brisanteste Dokument seit Toni Schumachers „Anpfiff“: Klinsis geheime Tagebücher. Kein Zweifel: Die jüngere deutsche Sportgeschichte muss weitgehend umgeschrieben werden. Nach einer eiligen Teiltranskription aus dem Schwäbischen stehen Auszüge aus den „Munich Diaries“ nun exklusiv zur Verfügung.

1. Juli 2008 – Off to a nice start… Mich erstmal auf dem Gelände umgesehen. Da kann man einiges hübscher machen. Habe als erstes mal diese Open-Air-Lounges aus dem WM-Quartier geordert, komplett mit Sonnenschirmen, standen noch beim Olli im Garten. Bei der ersten PK ’ne feine Loddar-Persiflage geboten: „I come here for play soccer.“ Journalisten-Mob hat getobt. Arschkriecher.

10. August 2008 – Hui, das war knapp. Who the fuck is Erfurt? Dachte, Ossis können seit 1989 keinen Fußball mehr spielen. Mental Note: Spiel in Cottbus im Kalender anstreichen.

31. August 2008 – Nice one. Na bitte, geht doch. Fein die Hertha weggewemst. Jetzt flutscht das Ding doch wie ein Zäppchen. Bislang hat ja noch jeder Coach beim FC Bayern Erfolg gehabt. Wäre ja gelacht. Warum sollte ein Jürgen Klinsmann der erste sein… Aber andererseits: Was wäre wenn? Argh. Spruch of the Day: Never stop believing, Jurgen!

5. Dezember 2008 – Victory is ours! Punktgleich mit Hoffe. Siegtor in der Neunzigsten, weckt Erinnerungen an das Polenspiel… Ach, waren das Zeiten. Schwelg. Denke oft zurück an den Gewinn des WM-Titels 2006. Muss dann oft heulen.

8. Februar 2009 – Where is the sun? Scheißenkalt hier. Muss dringend mal wieder ein paar Tage mit Debbie und den Kids in die Sonne. Achja: Mein alter Spezi Miro hat Dortmund abgeschossen. Freu. Bibber.

21. Februar 2009 – Gegen die Mannschaft ’ne Wette verloren. Muss denen nun eine Woche den Suff zahlen, weil sie es geschafft haben, gegen Köln zu verlieren. Mental Note: Jurgen, don’t overplay your hand! Werden trotzdem noch Meister. Glaub da ganz, ganz doll fest daran.

4. April 2009 – FCB in a deep, deep hole. Bitter loss in Wolfsburg. Muss mir dringend was einfallen lassen. Stay positive, Jurgen! Checke ab jetzt in Hotels nur noch als Jay Goppingen und mit Breitner-Retro-Perücke ein.

8. April 2009 – Fiese Klatsche in Barcelona. War das Konditionstraining heute Morgen doch des Guten zu viel? Oddo lief danach immerhin handgestoppte 25 Sekunden auf Hundert. Eigentlich OK. Look-Up: Wer ist dieser Wuselzwerg mit dem Pilzkopf? Kopf up, Jurgen!

27. April 2009 – Bye, Bye, Bayern! Rapport bei Uli und Karlheinz. „Das war’s“, ham’se gesagt. That’s it, over and out. Kann wegen Schweinepest erstmal nicht zurück nach Cali. Hmpf. FCB ist abgehakt, fühlte mich eh schon im November ausgebrannt, leer. Wie hat Mama immer gesagt: „Jürge, durchschnaufe, weitermache!“ Bin insgeheim auch eigentlich immer für Stuttgart gewesen. Hoffe, der VfB packt’s! Mal bei den Kickers anfragen… I’ll be back!

(Bild: Flickr / KUP_PLE)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

8 Gedanken zu „Klinsis geheime Tagebücher“

  1. treffe mich morgen mit friedel rausch und ignaz good zum golfen in miami, werde mal sehen, ob klinsi auch kommen will; samoa hat bei mir angefragt, ob er nicht für rudi dort die nati übernehmen will; vielleicht ist für mich ja platz im trainerstab, pumpe schon mal bälle auf

  2. haha…..geiler arktikel!!!:)
    die sind bestimmt echt die einträge…^^!
    weiter so!:)
    dubi-dubi-dubi-dubi-dudu:)

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