Klinsi weg – der Kaiser übernimmt!

Er soll's richten: Bayerns Maskenmann
Er soll es richten: Bayerns Maskenmann

Erfolgreiche Trainer und der FC Bayern das passt einfach nicht zusammen. Otto Rehhagel, von den Mauertaktik-Lesern in einer Umfrage kürzlich mit knapp 113 % zum „Trainergott der Neuzeit“ gewählt (auf Platz 2 Udo Lattek mit 4 %), hielt es kein Jahr an der Isar aus. Und auch den Mann, der Deutschland zum WM-Triumph im eigenen Land führte (wem kommen bei der Erinnerung an das Finale in Stuttgart gegen Portugal nicht die Freudentränen?), schasste man nun völlig grundlos.

Kantersiege in der Champions League, erfolgreiche Personalrationalisierung und nach 11 titellosen Monaten endlich mal wieder die rechnerische Chance auf den deutschen Meistertitel – das alles war Klinsi zu verdanken und dennoch den FCB-Granden nicht genug. Nun soll nach gesicherten Informationen mal wieder Kaiser „Franz“ Beckenbauer den blau-weiß-roten Heli aus dem Auge des Hurrikans steuern.

Ein Problem galt es zu lösen, bevor der deutsche Fußballkaiser sich die Ballonseide überstreifen konnte. Der leidige DFB stellte sich quer. Durch die geänderten Statuten (sog. „Babbel-Klausel“) sei der Mann, der wie Klinsi mit der deutschen Elf den WM-Titel holte, aber immer noch nicht über einen A-Trainer-Schein verfügt (Zitat Franz B.: „Des is ois Papperlapapp!“), nicht mehr befugt auf der Trainerbank eines Bundesligisten Platz zu nehmen.

Die Zeit drängt jedoch für die Bayern-Verantwortlichen, denn am Wochenende steht bereits das nächste 18-Punkte-Spiel an – kurzerhand entschloss man sich, wie Mauertaktik von einem Insider erfuhr, zu einem besonderen Coup: Vom letzten Fasching hatte der Kaiser noch ein Jupp-Heynckes-Kopfteil mit Nasenbrille im Schrank. Dies soll bei öffentlichen Auftritten des neuen, alten Bayern-Headcoachs zum Einsatz kommen. Der Weg ist also geebnet für neuerliche Heldentaten von Bayerns ewigem Herkules, der bereits angekündigt hat, den Säbener Augiasstall „mal so richtig ausmisten“ zu wollen.

Jupp Beckenbauer für Bayern – das bedeutet Alarm auf allen Decks bei den restlichen Titelanwärtern! Wir freuen uns auf eine Neuauflage des Sportstudio-Hahnenkampfs Heynckes gegen Daum (neu diesmal: Sinnfreie Wortbeiträge von Jupp-Franz), auf nun wieder mögliche drei Titel für den FCB in dieser Spielzeit – und auf die Rückkehr des Kaisers… in neuen Kleidern!

(Bild: Flickr / CLF)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.