Die Leiden des Luca T.

L. Toni und sein größter Feind

Der FC Bayern bläst zur Aufholjagd. Morgen sind die Lemminge vom Schalker Grubenverein in München zu Gast. Wenn es nach Klinsi ginge, könnten KevKu und Co. auf der Fröttmaninger Halde mal so richtig verschütt gehen. Derweil hadert Bayerns erfolgreichster Torjäger nun auch abseits des Platzes mit den deutschen Unparteiischen.

Luca Toni gab beim dieswöchigen Cappuccino-Plausch an der Säbener Straße freimütig zu, er habe zu den meisten Verteidigern nicht das allerbeste Verhältnis. Ein Bekenntnis, das beim Großteil der Beobachter eher mäßige Verwunderung auslösen dürfte, schließlich bereitet der Unsympathico aus Modena nicht nur praktisch jedem seiner Gegenspieler sondern auch rund hundert Prozent der Fußballfans so viel Freude wie achtzig Kilometer stockender Verkehr.

Was die Wenigsten wissen: Bayerns schönster Italiener hat einen ähnlich voluminös-klangvollen Taufnamen wie der deutsche Wirtschaftsminister. Luca Toni Varchetta Delle Cave. Mit Hilfe von einschlägigen Internet-Wörterbüchern, dem kleinen Latinum und etwas Fantasie gelangen wir zu der freien Übersetzung: „Luca Toni, das Flittchen aus der Höhle.“ Was als Lebenslosung für den Norditaliener wohl bedeuten soll: Steinzeitfußball mit wechselnden Partnern.

Toni, der erst spät von der Opera buffa auf die große Fußballbühne wechselte, wird seinen Wurzeln nicht untreu. Auf Vereinsweihnachtsfeiern gibt der Frauenversteher gerne und überzeugend den Don Juan, im gegnerischen Strafraum nicht selten auch eine facettenreiche Madame Butterfly. Unerreicht ist Toni natürlich als sterbender Schwan, eine Rolle, die ihm gleichsam auf den langen Leib geschneidert ist.

50 Bundesligaspiele, 36 Tore. Griffen die hiesigen Schiedsrichter nicht so oft maßregelnd ein, Signore Toni würde zweifelsohne eine in Müllerschen Sphären befindliche Torquote vorweisen. Im Zuge der deutsch-italienischen Chancengleichheit wünscht sich Mauertaktik mehr Kulanz für das Höhlenflittchen.

(Kulturtipp: „Die Leiden des Luca T.“ – nächste Vorstellung Samstag, 15:30 Uhr, München, Allianz-Arena.)

(Bild: Wikimedia Commons / Roberto Vicario)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

1 Gedanke zu „Die Leiden des Luca T.“

  1. …was will Mann auch erwarten – von einem Spieler, der in einem Fußballitalien voller Schwalben und Catenaccio aufwuchs – ich mein: der kleine Luca war 5 als er sah, wie man sich mit mieser Schauspielerei nen WMtitel holt:
    http://www.youtube.com/watch?v=GeY1G7hOXxk&feature=related

    peeS: besondes süß – in Minute 0:55: die Schwalbe im Mittelfeld – DA KRIEGT MANN JA SCHON VOM ZUSCHAUEN AUSSCHLAG!!

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