Wiegenfeste der Woche (2)

Pits bester Freund
Pits bester Freund

Auch heute ehrt Mauertaktik wieder die Fußball-Geburtstagskinder der Woche. Es stehen einige Ehrentage von gestandenen Bundesligaprofis an, aber auch internationale Topstars laden zum Tanztee. Ganz besonders freut sich Fußballdeutschland auf den kommenden Sonntag, wenn eine wahre Trainerlegende die Sektkorken knallen lassen wird.

Leider müssen wir mit einer schlechten Nachricht beginnen. Das geplante Käsefondue zum Ehrentag von Bayernkapitän Mark van Bommel am gestrigen Mittwoch fiel bedauerlicherweise aus. Grund: Gastgeber van Bommel hatte alle Gäste ausgeladen. Nach den ernüchternden Ergebnissen in der letzten Zeit, will er mit den „Verlierern“ nichts mehr zu tun haben. Seine ehemaligen Mannschaftkameraden von Barca haben eh schon lange Hausverbot. Alternativplan: Erst McDo, dann P1.

Lustig wird es dann aber heute Abend in der Steiermark. In Graz lädt Franco Foda zu Heurigem und Käsekrainern. Der gebürtiger Mainzer ist mittlerweile Cheftrainer beim SK Sturm. Für einen großen Lacherfolg sorgte er auch zu aktiven Zeiten bei einem Gastspiel der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien. Als der Stadionsprecher in der 82. Minute die Einwechslung Fodas bekannt gab, tobte auf einmal das ganze Stadion. Jubelstürme im weiten Rund. Was der deutschsprachige Zuhörer nicht wusste: „franco foda“ bedeutet im Portugiesischen etwa soviel wie „unentgeltlicher Geschlechtsverkehr“. Der Mann sollte vor einem Wechsel nach Portugal auf jeden Fall über einen Künstlernamen nachdenken.

Am Samstag heißt es dann: Verjaardag totaal! Johan Cruyff feiert seinen 62. Geburtstag. Der Vater des weltberühmten Fußballers Jordi Cruyff mischt schon jetzt fleißig an der Erdbeerbowle für die zahlreichen internationalen Gäste. Halb Katalonien und ganz Holland wird sich an den Stehtischen im Schrebergarten des ehemaligen Ballzauberers versammeln. Auch die deutsche Prominenz reiht sich in den Reigen der Gratulanten ein. Der alte Weggefährte Franz Beckenbauer hat schon eine Karte geschrieben. Der Text ist dabei derselbe wie jedes Jahr: „Du warst der bessere Spieler, aber ich bin Weltmeister! Gruß, Franz“. So pflegt man Freundschaften.

Das Highlight dann am Tag des Herrn: Peter „der Große“ Neururer hat Geburtstag. Der Harley-Fahrer feiert allerdings nur im engsten Kreis seiner Motorradgang. Aber das Leben des Trainergurus ist nicht nur Geschwindigkeitsrausch auf der Autobahn. Pit stellt klar: „Ich habe früher auch die großen Philosophen gelesen. Doch dann habe ich gemerkt, dass die von meinem normalen Denken absolut abweichen. Jetzt lese ich nur noch Fußballfachbücher.“ Wer kennt das nicht. Neururers Genialität beruht eben auf der einfachen Analyse auch komplexer Fragestellungen. So auch seine Theorie zu Auswärtsspielen: „Wir fahren hin, hauen die weg und fahren wieder zurück.“ Der Mann ist einfach gut.

Mauertaktik wünscht ihm und allen Jubilanten dieser Woche Gesundheit und Frohsinn!

Bild: flickr.com/ **Maurice** unter creative commons

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.