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Europokalhelden vs. Mitropapokalhelden

9. April 2009 · Franco Persico · Keine Kommentare ·

Es steht das Viertelfinale im U-U-UEFA-Cup an. Auch zwei Hansestädte aus dem Norden Deutschlands mischen noch kräftig mit. Die Hamburger wollen sich von den Millionarios aus Manchester nicht die Butter vom Fischbrötchen nehmen lassen. Auch an der Weser freut man sich auf eine rauschende Ballnacht, in der Thomas Schaaf hoffentlich nicht zum HB-Männchen werden muss.

Die Europokalhelden a.D. aus Bremen empfangen Udinese Calcio. Obwohl man am Sonntag beim 4:1 über Hannover noch etwas Selbstvertrauen und Frühlingssonne tanken konnte, ist die Bundesligasaison für die Werderaner in diesem Jahr weiterhin weder Fisch noch Labskaus. Bleibt mittelfristig nur der UEFA-Cup als langfristiges Ziel.

Nun reisen die Vertreter aus der friulischen Metropole Udine an. Denen begegnete man schon 2005 in der Champions League. Vielen Spielern war die Stadt aber selbstverständlich schon vorher aus der Lektüre der „Italienischen Reise“ von Goethe bekannt. Tormann Wiese damals: „Die Venezianischen Epigramme fand’ ich irgendwie besser!“ Mit diesem Vorwissen konnten die Bremer dann natürlich auch mit 4:3 im Weserstadion obsiegen und später auch ins Achtelfinale gegen Turin einziehen. Der größte Erfolg der Udiner bleibt also der Gewinn des Mitropa-Pokals im Jahre 1980. Da dieser schöne Pokal in den 90er Jahren leider sein Ende fand, ist inzwischen auch Udine gezwungen, sich auf den UEFA-Pokal konzentrieren.

Die Imageprobleme des Zweite-Klasse-Pokals in Fußballeuropa werden auch bei der zweiten Partie mit deutscher Beteiligung offenbar. Hier trifft der Hamburger SV auf Manchester City. Beide Vereine sind in ihrer Stadt nur Nummer zwo. In Manchester spielt neben den Citizens auch der Titelverteidiger der Königsklasse. In Hamburg der Weltpokalsiegerbesieger.

Zumindest Geldprobleme gibt es in Manchester aber spätestens seit der Übernahme durch die Scheichs nicht mehr. Die machten Öl zu Kohle und kauften damit alles, was bis drei nicht bei Chelsea war. Schon das Vereinsmotto „Superbia in Proelia“ (frei übersetzt: Übermut im Wirtshaus) legt nahe, das hier nicht gekleckert sondern geklotzt wird. So werden die Engländer heute nicht mit dem Flugzeug anreisen, sondern mit einer riesigen Ölplattform im Hamburger Hafen einlaufen. Wäre das nicht schon Einschüchterung genug, so hält leider auch die Verletzungsmisere beim HSV an. Die Geschäftsstelle reaktivierte deshalb kurzfristig alle HSV-Veteranen, die noch über einen Spielerpass verfügen. Manch einer ignorierte die Anfrage, da er sie für eine Wetten-dass-Saalwette hielt, aber zum Glück hatte man letztendlich doch Erfolg: Karsten „Air“ Bäron und Harald „Lumpi“ Spörl stehen nach Mauertaktik-Informationen im Kader.

Hoffen wir also auf ein gutes Abschneiden unserer verbliebenen Vertreter. Für Optimismus gibt es allen Grund, denn eins ist klar: Superbia kommt vor dem Fall!

Bildquelle: flickr.com / sludgegulper

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Kategorie: Internat. Frühschoppen

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