Der Länderkampf zwischen Wales und Deutschland brachte ein 2:0 für die deutsche Fußballnationalmannschaft. Eine feine Rakete von Michi nationale schlug schon nach 11 Minuten ein. In der zweiten Halbzeit nutzte dann “Super-Mario” Gomez seine Jedikräfte und zwang Williams zu einem Eigentor. Aber so ein Spiel lässt sich nicht nur an Toren messen. Es muss unter allen in Betracht kommenden Gesichtspunkten analysiert werden. Zeit also für die knallharte Mauertaktikanalyse, die Abrechnung zwischen den roten Drachen und den schwarzen Adlern.
Kommunikation: Bei der Kommunikation auf dem Platz hatte Wales natürlich große Vorteile, da sie mit dem sogenannten Kauder-Welsh über eine eigene Geheimsprache verfügen. Das Ziel der Sprache ist es möglichst viele Konsonaten aneinanderzureihen. So entstehen unglaubliche Wortkreationen: Caerdydd (Cardiff), Mecaneg cwantwm (Quantenmechanik) und Dtzb%dl$rtzß (Abseitsfalle). Bei der deutschen Mannschaft herrschte eher babylonische Sprachverwirrung. Es war alles dabei von Poldi-Kölsch bis Ballack-Sächsisch.
Kunst: In künstlerischer Hinsicht konnte (Rufus) Beck nicht an seine letzten Hörbücher anknüpfen. Die Leistung von Collins in der Waliser Abwehr erinnerte an alte Genesis-Zeiten. Die Künstlernamen waren auf beiden Seiten sehr kreativ. “Schweinsteiger” war da vielleicht etwas dick aufgetragen. “Nyatanga” dagegen absolute Weltklasse, die N-y-Kombination erinnert an den Dadaismus der frühern 20er. Chris “Gunter” hat da wohl was missverstanden. Das “U” müsste er in den den entsprechenden Umlaut ändern und außerdem ist das der Vorname! Damit es alle verstehen nächstes Mal bitte gleich “Chris Netzer”.
Berichterstattung: Das Spiel wurde leider in Wales nicht übertragen, die lokalen Sender widmeten sich doch lieber dem Meisterschaftsfinale im Baumstammwerfen. Die ARD mit einer gewohnt souveränen Leistung. Dellingnetzer ist unbestritten der beste Experte, den man sich wünschen kann. RIAS-Legende Steffen Simon hustete auch einige Joki ins Mikro. Aber das Beste: Weder Beckmann – noch Kerner. Danke!
Partying: Absolute Partykanone auf dem Platz war natürlich Hennessey (V.S.O.P.). Aber in der Waliser Kabine gab es nicht nur Cognac, sondern die volle Härte der Pubkultur. Das wirkte sich dann leider negativ aufs Spiel aus, wie man Anfang der zweiten Halbzeit sehen konnte. Gomez nutzte das eisnüchtern aus. In der deutschen Kabine gab es nur Kamillentee – und eine Erdbeermilch mit drei Strohhalmen für Lahm, Trochowski und Marin. Lecker!
Internationaler Flair: Die walisische Truppe setzt sich größtenteils aus Ur-Kelten zusammen. Für die Meisten ging die weiteste Auslandsreise nach England. Ganz anders die deutsche Truppe, die den Charme der großen weiten Welt versprüht. Vorne der Flamencofußballer Gomez, der auch ohne Kastagnettenuntermalung geschmeidig mit den Hüften wackelt. Ansonsten wirbelt da ja die Polska-Connection. Exil-Sibirier Andreas Beckow bringt noch einen Hauch der alten SU mit rein. Angeführt wird man vom internationalen Lebemann Ballack: der Angelsachse aus Görlitz gibt den Ton an. Ansonsten ist eine internationale Palette von Charakteren in der Mannschaft vertreten: Vom belesenen Intellektuellen à la Sartre (Wiese) bis zum wilden Draufgänger à la James Dean (Mertesacker).
Fazit: Insgesamt leichte Vorteile für Wales, aber die drei Punkte konnten wir zum Glück doch mitnehmen.
Bildquelle: flickr.com / ezioman
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1 Kommentar
1 r.k // 2. Apr 2009 um 23:06 Uhr
ganz grosses tennis und selbstverstaendlich kann mich weder montezuma, noch panfloeten-paule noch narkostisierend langsames lan davon abhalten hier regelmaessig auf nen quickstep á la brnard kohl vorbei zu schauen. auf in baelde, herzichst alpaca joe
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