Gomez 0:0 Liechtenstein

Es hatte was von einer gegen alle. Eine Symbiose von 11 hartnäckigen Gegnern (immer auf Ballhöhe!), 10 böswilligen Mitspielern („Den lassen wir heute nicht mitspielen!“), 1 tückischem Geläuf (nass und so!), 44.000 pfiffigen Zuschauern („Macht der absichtlich!“) und dem Kasten (maximal Hockey-Größe und dazu noch vernagelt!) wirkte wie eine einzige dunkle Macht gegen den ach so heiß ersehnten Knotenplatznabittegehtdoch-Treffer, der dann wegen all diesem Schlamassel leider doch nicht fiel. Mario Gomez trug Trauer.

Gomez, für diejenigen, die sich nicht erinnern, das ist der Spieler, der als erster bei einem großen Turnier für drei verschiedene Teams auflief und bei der EM 2008 sowohl für Polen, Kroatien als auch Österreich den fehlerfreien Libero gab.

Gestern Abend, gegen Mitte der zweiten Hälfte, die Leipziger Völkerschlacht war längst entschieden, tat der glücklose Mario dann sogar schon ZDF-Therapeut Bela Rethy Leid. Und das will man wirklich nicht haben. All jene, die es nicht so mit logischen Verbindungsketten haben, klärte Dr. Rethy dann in Minute 80 auf: „Die Pfiffe gelten Mario Gomez.“ Das wurde dann nur vom König der Gutmenschen, von Johnny B. K., nach Spielende übertroffen, der dem Halbspanier „eine unglaublich menschliche Reaktion“ im Interview bescheinigte. Immerhin also: er lebt!

Dennoch: Bei radikalen Formschwächen helfen nur radikale Lösungsansätze. Von DFB-Seite sollte vielleicht über den „Reverse-Dundee“ nachgedacht werden, sprich: eine Ausbürgerung zur Verbesserung der eigenen Perspektiven. Mit Hilfe der EU sollte das gut machbar sein. Ein kurzer Blick in die Zukunft: WM-Finale 2010, Laufduell Lahm gegen Gomez. Rob Enke kommt zu spät aus seinem Kasten, ein katastrophales Missverständnis mit dem deutschen Verteidiger. Doch der renaturalisierte Spanier Gómez verzieht kläglich. Deutschland gewinnt wenig später im Elfmeterschießen. Jogi stelzt sinnverloren, ja weinend! übers Grün, endloser Konfettiregen, Ehrenrunde, nie mehr Vizi-Michi, Deutschland selig Fußballschland…

Ein wenig Fantasie kann die Welt verbessern. Früher schon an später denken!

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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