Die neuen Vereinshymnen (Teil 2)

Nach dem ersten Teil folgen nun weitere Vorschläge für neue Gassenhauer, die darauf warten auf Vinyl gepresst zu werden. Holt die Phonographen raus!

Hertha BSC – „Weiße Rosen aus Spreeathen“: Nachdem die Kabinenpredigt nun schon einige gute Vorschläge für den Meistersong unterbreitet hat, ermöglicht die Mauertaktik nun Hellenenkicker Kostas Konstantinidis ein Comeback in der Hauptstadt: Er singt mit Brillenlegende Nana Mouskouri eine Herthaversion ihres großen Blumenhits ein. Nach 10 Heimsiegen in Folge werden die Zeilen „Weiße Rosen aus Spreeathen sagen Dir: komm recht bald wieder, sagen Dir auf Wiedersehn – weiße Rosen aus Spreeathen.“ ihre Wirkung nicht verfehlen.

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1. FC Köln – „Mein Freund der Daum“: Einen etwas ruhigeren Titel könnte man in der Rheinmetropole neu interpretieren. Die Musik müsste man allerdings eindeutig aufpeppen. Den Kehrvers sollte man auch etwas freundlicher gestalten. Vielleicht in etwa so:“Mein Freund der Daum ist wieder da, und jetzt ist alles wunderbar.“ Das bringt Laune. 12 Monate Karneval. Einziger Nachteil: Das Lied ist es etwas unflexibel für den Fall eines Trainerwechsels. Aber da ist die Lösung auch relativ einfach: Overath ernennt Daum auf Lebenszeit. Der verfügt dann seinerseits natürlich sofort die lebenslange Stammplatzgarantie für Poldi.

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TSG Hoffenheim – „Didi Blue“: Didi Hopp, der ja die mit seinem Mördersketch gescheffelten Milliarden freundlicherweise in den Fußballclub aus dem Kraichgau „investiert“, soll nun in einem neuen Sympathiesong gewürdigt werden. Frei nach dem 1981er-Eurovisionskracher von Lena Valaitis wird nun das Leben des Mäzens nachgezeichnet: „Auf der alten Kiste, die ihm jemand schenkte, da programmierte er, sie war sein Freund. –  Seine Software, die macht Hoffnung und Freude, aber manchmal hat er auch geweint…“ Und alle singen: „Blue, blue, blue, Didi blue, welche Farbe hat die Sonne ? Blue, blue, blue, Didi blue, wo zum Teufel liegt Hoffenheim?

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VfB Stuttgart – „Rot-weiß ist die Haselnuss“: In einem politisch gefestigten Land wie BW, dessen Ministerpräsident sogar einer edlen Pilsmarke seinen Namen schenkte, blühen selbstverständlich Flachs und Schlagerkultur. Da kommt als Ikone nur Heino in Betracht, der das Vorbild für einen neuen Stuttgarter Vereinssong geben kann. So werden die Cannstätter Sängerknaben demnächst in der Kurve trällern.“Rot-weiß ist die Haselnuss, rot-weiß bin auch ich.“ Alternativ: „Rot-weiß sind die Pommes“. Vielleicht kommt Heino ja dann mal mit seinem Banjo vorbei.

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Bildquelle:

aboutpixel.de / audioanalogspieler © Bernd Boscolo

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.