11mm in Berlin

Nach einer intensiven aber kurzen Blütezeit in den siebziger Jahren – u.a. „Libero“ (GER), „Fimpen der Knirps“ (SVE) oder auch „Wie der Fußball nach Georgien kam“ (URS) – erlebt das Fußballkino seit den späten Neunzigern eine veritable Renaissance. Die Engländer, die sich bis heute brüsten, das weltweit beliebteste Ballspiel erfunden zu haben (das Gewinnen erfanden dann zunächst andere Nationen), inszenieren seit anderthalb Dekaden regelmäßig ihre liebsten Aktivitäten auf und neben dem Platz, i.e.: Kloppen („Mean Machine“) und Kloppen („The Football Factory“).

Aber auch feingeistigere Unterhaltung gibt es zur Genüge und spätestens mit Philippe Parrenos „Zidane – ein Porträt im 21. Jahrhundert“ hat sich die Fußballkultur in den Musentanz der Schönen Künste eingereiht. In Berlin findet in der kommenden Woche erneut das Festival „11mm“ statt, das dem boomenden Genre Fußballfilm die Aufmerksamkeit einräumt, die es verdient.

Ab nächsten Freitag, den 3. April, ist für vier Tage im Berliner Kino Babylon-Mitte ein prallrundes (!) Programm zu sehen. Nicht nur Feature-Filme wie „Cass“, der die Geschichte des wohl bekanntesten englischen Hooligans erzählt, und Meister-Dokus wie „Maradona par Kusturica“, der bereits in Cannes lief, sondern auch spannende Re-Live-Spiele werden auf die Leinwand projiziert.

So kann man z.B. den Klassenkampf-Klassiker, das legendäre Europacup-Rückspiel von 1986 zwischen Bayer Uerdingen und Dynamo Dresden, noch einmal im großen Saal des Babylon-Kinos in voller Länge sehen! Wie die Partie ausgegangen ist, wollen wir nicht verraten. Zur Pause jedenfalls sah Dynamo Dresden wie der sichere Sieger aus…

Eins ist aber klar: Mauertaktik lässt sich das nicht entgehen!

11mm Fußballfilmfestival
3. bis 6. April
Babylon Berlin:Mitte

Eintritt: 6,50 Euro

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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