Uli Hoeneß und Green IT (Buli-Rückschau)

Frühlingsanfang. Die Quecksilbersäule steigt in gleichem Maße wie der Adrenalin- und Alkoholspiegel in ganz Fußballdeutschland. Die Spieltage verrinnen – und neun Wochen vor Saisonende ist (welch Spannung!) immer noch kein Meister gefunden. Mit Fug und Recht kann man sagen: So Bu war die Li noch nie!

Die Fußball-Traditionsgazette Kicker kauft auf ihrem langen Marsch in den Boulevard in der heißen Phase der Saison Nullacht-Nullneun mit den allerletzten Werbegeldern nur noch die absolute Weltprominenz ein. Leinwandikone Michelle Pfeiffer kommentierte den 25. Spieltag exklusiv und disputierte mit sich selbst die Causa Ribéry und damit den Aufreger des Wochenendes. Die Hollywood-Queen im beigen Rolli kam zu einem Fazit, das Sherlock Holmes verzückt hätte und verschnürte ihre selbstgebastelte Relativitätstheorie in edelste Stammtisch-Rhetorik:

Es drängt sich der Verdacht auf: Jeder andere wäre vom Platz geflogen.

Wir verneigen uns. So viel Durchblick gab es seit Wieschemann nicht mehr.

Mauertaktik möchte an dieser Stelle eine Lanze für Uli „Osram“ Hoeneß brechen. Der Mann mit der scharlachroten Hasskappe aus Naturleder hat sich nicht nur Zeit seines Lebens für den siechenden Fußball in Osteuropa eingesetzt (→ EM 1976, die) sondern auch in stetem Turnus für beste Fernsehunterhaltung gesorgt – und ganz nebenbei den Kaiser der Selbstkontradiktion in der Langzeitwertung auf Rang zwei verwiesen.

In Anbetracht der baldigen Pensionierung des sympathischsten Manns im deutschen Sport ergeht – auch im Sinne der Energiesparwelle – unser dringender Appell an die Fußballfans dieses Landes: Save the Uli – beim nächsten Interview mit His Hoeneß einfach mal den Farbkontrast am TV runterdrehen; unser Planet wird es Ihnen danken!

Was gab’s noch? Die Grünfront aus Wolfsburg, einer Stadt, die jünger ist als Udo Lattek, marschiert weiterhin in einer Beständigkeit, wie sie zuletzt der FC Mao in der Asienliga-Saison 34/35 an den Tag legte. Erschreckend. Der VfB Stuttgart hat derweil das Lindenblatt des Berliner SC Siegfried entdeckt – und dem Rest der Liga vorgemacht, wie man Lulus linientreue Lausebengel erfolgreich piesacken kann.

Nun ist erstmal Länderspielpause. Das heißt also für die meisten Bundesligaprofis „durchschnaufe“, wie der Bundes-Yogi bei der Pranayama sagen würde. Wir freuen uns auf einen Arbeitssieg gegen Liechtenstein und ein 9:1 in Wales. Bis bald!

(Bild: aboutpixel.de / schmidt.koeln)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

1 Gedanke zu „Uli Hoeneß und Green IT (Buli-Rückschau)“

  1. wir werden erst wissen, was uns an „uns uli“ fehlen wird, wenn er nicht mehr auf der bank seinen bluthochdruck spazieren führt; wenn sie dann auch noch bei udo lattek die apparate abstellen, wird es ganz traurig…

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