Bremen gegen Gott

Heute Abend wird es ernst für die Werderaner. Das Hintertürchen ins internationale Geschäft 2009/10 soll nicht zuschlagen – und der französische Vertreter AS St. Etienne möglichst in der Loire baden gehen… Kuriose Äußerungen tätigte der Headcoach der Gallier am vergangenen Wochenende. Kurz zusammengefasst: Man habe keinen Bock mehr auf dieses ständige Rumgereise in Europa und wolle sich nun voll und ganz auf den Abstieg aus der Ligue 1 konzentrieren. Welch fiese Finte!

Doch Monsieur haben die Rechnung ohne die gewieften Bremer Vollblutprofis gemacht. Die Brachialbolzer Knalldo und Fringsbums ließen sich im Vorfeld durch derlei verbalen Unsinn nicht irritieren und sollen mannschaftsintern das ein oder andere gezielte Pressluftgeschoss in Lederform (→ Bardem, Javier) angekündigt haben – sollte sich der Franzmann tatsächlich feige verkriechen, notfalls auch durch die geschlossene Motelzimmertür…

Beistand von oben haben die Loire-Anrainer allerdings leider sicher. Der Messias höchstselbst – obwohl bereits vor geraumer Zeit über die Wupper gepaddelt – sowie Gottes irdischer Stellvertreter sollen per Wild Card als zwölfter und dreizehnter Mann auflaufen. Als Partnerstädte konnten die frommen Südfranzosen im Vorfeld der Partie nämlich nicht nur Nazareth mit dem ortsansässigen FC Birkenstock sondern auch Wuppertal gewinnen. Und seit Loriot wissen wir ja, dass dort päpstliche Herrenboutiquen Hochkonjunktur haben.

Papa Ratzi und J. C. Superstar gegen Pizza und die grüne Rasselbande – der klassische Kampf Good vs. Böse, heute Abend ab 20.30 Uhr.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.