Die feine Prominenz (Teil 3/3)

Heute der letzte Teil der prominösen Rundschau. Unter dem Motto „Was passiert wenn mein Verein auf einmal ganz oben steht?“ lernen wir auch hier sechs Güteklasse-A-Prominente neu kennen. Wie immer ist das alles mit einem zwinkernden Auge zu betrachten.

Leverkusen: Das letzte Mal fiel Dieter Baumann auf, als er versuchte in der Fußgängerzone von Biberach den Dentagard-Biber zu verprügeln. Man kann zwar seine Zahnpasta-Paranoia verstehen, aber sollte sich ein Mann mit solchen Erfolgen nicht so gehen lassen. Er könnte stattdessen als Stimmungskanone für seinen alten Verein, Bayer Leverkusen, wirken. Zusammen mit Markus Happe und Paulo Rink heizt er dann den Massen im New-Ulrich-Haberland-Stadion ein. Mit der Meisterschale läuft er noch schnell 32 Ehrenrunden – Weltrekord!

Mönchengladbach: Boxenluder Kai Ebel ist nicht nur Modeikone. Der RTL-Mikrofonmann ist auch echter Gladbacher. Sollte im Falle M’Gladbacher Titelchancen das sportive Moderationstalent nicht sogar selbst die Fußballtreter schnüren, wird er sich zumindest in der Stadionperipherie einbringen. Er könnte z.B. H.P. Baxxters Torjingle neu einsingen. Hier nochmal der Text: döp döp döp döpödöp döp döp, döp döp döp döpödöp döp döp!

München: Was Wolf-Dieter Ahlenfelder (was macht der eigentlich ?) erst 1975 in Bremen erreichte, konnte Vollblutschauspielerin Martina Gedeck schon viel früher von sich behaupten: Wenn man ihren Namen nennt, kriegt man lecker pilskorn. Was wenige wissen: über die Kulturschaffende ist zwischen der Bundeshauptstadt und der bayerischen Landeshauptstadt ein wahrer Kampf entbrannt. Sie ist zwar in München geboren, lebt aber schon seit 1971 in Berlin. So ist eine fiese Rückholaktion der Isarstädter im Gange: Gedeck wird seit Jahren mit Bayerischen Filmpreisen überhäuft und wurde jetzt sogar der Bayerische Verdienstorden verliehen. Demnächst wird wohl der Anruf von Rhetorikgenie Ede Stoiber kommen, der ihr eine FCB-Mitgliedschaft und lebenslang Erdinger alkoholfrei anbietet. Aber, Martina: Bleib stark! Herthinho statt Berni!

Gelsenkirchen: Der gelernte Schlagersänger Ulli Potofski könnte neuer Edelfan des FC Schalke 04 werden. Nachdem Andreas Müller inzwischen die Mitgliedschaft bei Borussia Dortmund beantragt hat, könnte Potofski dieses Stimmungstief auffüllen. Der Bambipreisträger hat hinreichend Erfahrung als Alleinunterhalter bei Schützenfesten und Maibowlen. Die Anpfiff-Legende legt dann auch auf der (maximal) Vizemeisterfeier auf. Da wird der etatmäßige DJ Asa natürlich sauer und sticht während der Feier zusammen mit Rafinha die Reifen von Potofskis Manta kaputt. Unschöne Szenen!

Stuttgart: Der Star-Regisseur mit Migrationshintergrund Roland Emmerich unterstützt natürlich seinen VfB. Auch Ehren- und Alterspräsident Gerhard Mayer-Vorfelder erkennt den Hollywoodmann in der Loge sofort:“Ahhh, Herr Emmerich. Bei der WM ’66 fand ich sie richtig klasse und dieses Tor gegen Spanien …“ Emme nickt nur ab. Auch für die VfB-Spieler sorgt er generös: Die meisten bekommen Rollen für Independence Day 2: Cacau spielt den US-Präsidenten, Jens Lehmann einen verrückten Wissenschaftler und Ludovic Magnin einen Alien.

Wolfsburg: Peter Hartz ist zurück. Zunächst wird er nur Berater des Vereins auf Grund seiner guten Brasilienkontakte. Zunehmend bekennt er sich aber auch öffentlich zur Liebe zum VfL. Er gibt wertvolle Taktiktipps (sogenanntes Hartz IV-IV-II) und stellt sich absolut in den Dienst des Vereins. Für ein paar Wochen vertritt er sogar Maskottchen Wölfi. Großes leistet er dann bei der Planung des Meisterschaftsumzuges. Er besorgt 10 alte Hippie-VW-Busse, die dann durch die ganze Stadt fahren sollen (also einmal ums Stadion).

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.