Fußball contra DFB

Wenn die Fußballflöte schrillt...

Selten haben Bundesliga-Schiedsrichter in einer Saison gefühlt so schlecht gepfiffen wie in der aktuellen. Kaum ein Spieltag vergeht, an dem ein Unparteiischer mal nicht (zurecht) in der Kritik steht oder gar ein Spiel durch einen Fehler entscheidet. Dass der Deutsche Fußball-Bund in Bezug auf Kritik an seinen Schiedsrichtern eher dünnhäutig ist,  ist zwar hinlänglich bekannt, aber wie der weltgrößte Sportverband in ganz Deutschland in dieser Spielzeit damit umgeht, ist schon eher peinlich.

Als Felix Magath im vergangenen November auf dem Weg in die Kabine Helmut Fleischer ein ehrliches und eigentlich recht besonnen formuliertes (Duden-proof!) Zwischenzeugnis ausstellte („Ihre Spielleitung ist unter aller Sau!“), wollte der DFB „den Verräter“ eigentlich standrechtlich erschießen, entschied sich dann aber doch für eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro wegen „Schiedsrichterbeleidigung“. Der Wolfsburger Trainer war sich keiner Schuld bewusst und plädierte auf „unschuldig“. Mittlerweile ist die Strafe auf 7.500 Euro „gemildert“ worden, doch der Querulant wähnt sich immer noch unschuldig. Ausgang ungewiß…

Nach dem jüngsten Auftritt von Markus Schmidt, der im Spiel Bochum-Cottbus seine bewiesenermaßen grottenschlechte Leistung (Kicker-Note 6) noch mit ein bis zwei eigenen Toren gegen die Lausitzer hätte abrunden können, fühlen sich die Ossis vom Wessi natürlich betrogen und nach „so einer Frechheit“ selbstverständlich „nur verarscht“. Schiri Schmidt ist der Meinung, er hätte keine Fehler gemacht, der DFB nennt dessen Bericht „ungeschickt“, hat aber ob des sorbischen Schimpfens Ermittlungen gegen Energie Cottbus aufgenommen. Ehrensache…

In der Vorwoche versagte Knut Kircher der Hertha im Spitzenspiel gegen Wolfsburg nicht nur ein Tor, sondern übersah vor dem entscheidenen 2:1-Treffer für die Gastgeber auch ein klares Foulspiel an Simunic. Darauf angesprochen, verweigerte der feine Herr Kircher eine Stellungnahme und rauschte im roten VW von dannen. Wie Schmidt erhielt auch Kircher für seine äußerst bescheidene Leistung vom Kicker die Note 6. Als Belohnung wurde er vom DFB nur eine Woche später beim Zweitliga-Gipfelkracher K’lautern-Fürth angesetzt.

Der DFB fordert auf der einen Seite etwas ein, was er auf der anderen nicht gibt: Sportlichkeit. Bei Spielern oder Trainern wird hinter jeder Kleinigkeit, auch wenn sie aus der Emotion heraus geäußert wird, eine Unsportlichkeit vermutet, aber ein Schiedsrichter, der es nach einer nachweislich schlechten Leistung nicht nötig hat, dies auch wenigstens einzugestehen, hat absolut keine Konsequenzen zu befürchten. Aber das Strafmaß des DFB ist sowieso unergründbar. Obwohl: Als Roman Weidenfeller damals im Derby Gerald Asamoah rassistisch anging, bekam er wie Magath eine Geldstrafe über 10.000 Euro. Also merke: Einmal „schwarze Sau“ macht 10 Riesen.

Na, schönen Dank auch…

(Bild: Wikimedia Commons / Armin Kübelbeck)

1 Gedanke zu „Fußball contra DFB“

  1. Danke an die Mauertaktik. Sollte Hertha nicht Meister werden, wissen wir nun warum. Fußball-Mafia DFL. Roter VW-Skandal! Nu´mal langsam. Bin der Erste, der das unterschreibt. Allerdings nur betrunken….Ich freue mich über eine geile Saison und sage durch meine rein objektive blau-weiße Brille: Wolfsburg hat Spaß(ss) gemacht. Zu unrecht verloren. Trotzdem: Spieeeeetzenreiter!

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