Die feine Prominenz (Teil 1/3)

Wie schon diverse Male auf diesem Blog erwähnt ist in der Bundeshauptstadt die Herthaeuphorie ausgebrochen. Die alte Dame ist nicht nur salonfähig, sondern Herthamania ist Pflicht! So veröffentlichte herthabsc.de unlängst auch eine Liste mit großer Prominenz, die sich geschlossen für den Topclub aus Berlin ausspricht. Von Marusha, über Jan-Josef Liefers bis zu Sir Simon Rattle – das „geht ab“. Man fragt sich allerdings wer sich aus den anderen Bundesligametropolen zu Wort melden würde, wen der Verein den Tabellenolymp erklimmen sollte. Einige Vermutungen ….

Bielefeld: Die Arminia stürmt auf Platz 1. Grund genug für Ur-Bielefelder Hans-Hermann Gockel sich öffentlich als Arminologe zu outen. Es wird direkt ein Bielefeld-Special seines Erfolgsformates Jeder gegen Jeden abgedreht. Rieseneinschaltquoten in ganz Ost-Westfalen. Leider kann aber Bielefeld nie Meister werden, da es in einer Stadt, die frei erfunden ist, auch keinen Rathausbalkon geben kann.

Bochum: Der VfL Bochum verfügt seit jeher über viele Vorzeigefans. Goosen und Grönemeyer würden also auf jeden Fall aus dem Häuschen sein. Unterstützung könnten sie von den TV-Vorzeigebullen Toto&Harry bekommen. Die beiden Fernsehschutzmänner sind als Lokalpatrioten bekannt. So wiesen sie unlängst einen Strolch mit den Worten: „Wissen Sie, wo wir hier sind? Wir sind hier in Bochum, hier herrscht Recht und Ordnung!“ zurecht. Die Fußballaffinität der beiden Streifenhörnchen ist auch unbestritten: So soll der Spitzname Toto vom legendären Salvatore „Toto“ Schillaci abgeleitet sein.

Bremen: Bremen hat auch allerlei Prominenz zu bieten. Neben Diego-Intima Sarah Connor (bekannt aus dem Film „Terminator“ von 1984) könnte sich auch RTL-Legende Bärbel Schäfer zu Wort melden. Leider verfügt sich nicht mehr über ihre hervorragende Talkschau, wo sie die pro-Werder-Stimmung anheizen könnte. Sie ist mittlerweile beim Hessischen Rundfunk tätig. Dies nährt den Verdacht, dass der alte Eintracht-Hool Friedman sie da auf neue Pfade geführt hat.

Cottbus: Euphorie in Cottbus? Eher schwer vorstellbar. Die Attraktionen der Stadt sind eine Fachhochschule und ein Einkaufszentrum. Die Prominenz der Stadt besteht größtenteils aus Radfahrern oder Boxern. Aber auch einer der bekanntesten Abwehrklopper der 90er-Jahre ist ein Sohn der Stadt: Jens Melzig. Bei Leverkusen gelangte er ab 93 zu internationalem Ruhm, in dem er seine 80er-Matte gekonnt über die Dekadenwende rettete. Die konnte sich aber auch nicht mehr allzu lange halten. Als er Teil der „Göttinger Truppe“ bei TeBe war, war die Pracht schon auf 1,3 cm getrimmt. Schade!

Dortmund: Auch Prominente die sich zum BVB bekennen und bekannten gibt es einige. Aber einer wird sich bei einer neuen Borussia-Euphorie nach langer Zeit wieder zu Wort melden: Jens Albert, besser bekannt als Der WOLF. 90er-Kennern dröhnt sein Hit Gibts doch gar nicht noch in den Ohren. Sein musikalischer Comebackversuch von 2007 (Album namens „Wolf GTI“) ging leider in die Hose. Aber er wusste bereits 1997 die Antwort auf die Frage: Wer ist Deutscher Meister? Nur der BVB! Beste Zeile:“Julio Cesar – der war auf einmal einfach da.“

Morgen folgt dann Teil 2 mit weiteren illustren Metropolen.

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.