Toni, lass gut sein!

Der FC Bollywood hat sein erstes internationales Spiel 2009 mit einem Traumergebnis beendet. Sporting Lissabon wurde auf eigenem Platz mit 5:0 Toren gedemütigt und der einzige deutsche Verein, der mit den Besten Europas mithalten kann, steht mit mindestens dreieinhalb Beinen im Viertelfinale der Champions League. Das ebenso simple wie zuschauerfreundliche Münchner Erfolgsrezept über weite Strecken der Partie: Luca Toni ausgrenzen.

In gewisser Weise ist der Mann mit den Spaghetti al’Olio auf der Pläte der Gerald Asamoah Italiens. Mit dem Unterschied, dass der Italosympathico drei Köpfe größer ist, schon einige wichtige Tore in seiner Karriere geschossen hat und bei einer WM nicht nur im Mannschaftsbus für sein Land aktiv war. Fußballspielen im engeren Sinne des Wortes können aber weder DJ Asa noch MC Tony Gee.

Der schmierige Schlagbaum aus Norditalien kann Bälle abschirmen, sich fallen lassen, ist ganz gut im gegnerischen Strafraum anschießbar (wie gestern beim 0:4 vom frechen Franck demonstriert) und staubt ganz passabel die eigenen vergebenen Bälle ab (siehe 0:5). Gänzlich ungeeignet ist Luca Impossibile für gepflegtes Kurzpassspiel, schnelle Konter und erfolgreiche Dribblings eins gegen eins – also für all jene Situationen, die gute Stürmer vor allem bei Auswärtsspielen ausmachen.

Bevor also Riga-Toni am gestrigen Abend dann doch noch sein maseratigleiches Ego polieren und seine Tore erzielen durfte, galt es für die Bayern, das Spiel zu entscheiden. Und dafür wurde Toni klug umschifft. Das 0:1 darf als Paradebeispiel gelten. „Verpiss Disch!“, bedeutete Dribbelgallier Ribéry mit unzweideutiger Handbewegung dem hüftsteifen italienischen Chancentod kurz bevor der ihm sein Solo versauen konnte. Nehmen wir das 0:2. Nur weil Toni per Schädel am Ball vorbeisäbelte, fiel die Pille Uns Klöschen aufs Knie. Und vor dem dritten Tor zündete Philipp Lahm lieber selbst den Turbo, bevor er in die Verlegenheit kommen konnte, Luca Lulatsch mit den zwei linken Füßen anzuspielen.

Klinsis Erfolgsgeheimnis für den Rest der Saison muss also lauten: Alle ohne einen, bis das Spiel entschieden ist. Toni darf dann noch ein, zwei Mal abstauben und dann so oft er will in die Pressemikros sülzen: „Numero Uno, Luca Toni, Bello Impossibile, Grande, Bellissimo…“

(Bild: Wikimedia Commons / postproduktie@hotmail.com; www.postproduktie.nl)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

2 Gedanken zu „Toni, lass gut sein!“

  1. Auch wenn ich Dir recht gebe und bessere aussehe als Luca „stronzo“ Toni: Der hat mehr Geld und vermutlich auch mehr Frauen als ich. Aber das lässt sich wohl über jeden Buli-Spieler sagen, gell?

  2. vielleicht sollten die Bayern mal bei Matze Knop anfragen – der trifft in seinen Videos ja sogar ausm Sitzen (in einen Mülleimer)
    Dann hätten sie nicht nur einen gut-aussehenden Stürmer sondern auch einen technisch-versierten;-)

Kommentare sind geschlossen.