Ein halbes Jahrhundert Tarzan

Gerry Ehrmann wird heute 50. Mauertaktik gratuliert dem einstigen Bundesliga-Keeper mit dem selbst kultivierten Image irgendwo zwischen Türsteher und Barschläger und heutigen Betreiber von „Gerrys Flugschule“ recht herzlich!

Der passionierte Muskelmann war nie um einen markigen Spruch verlegen. Als sein FCK im Jahr 2001 sang- und klanglos den Einzug ins UEFA-Cup-Finale gegen den spanischen Vertreter CD Alaves verbaselte, fand Ehrmann deutliche Worte für das eigene Team: „Ihr spielt wie Schwuchteln, wie Mädchen!“

„Ich hau Dir auf die Fresse, du Asi!“, beschied der Feingeist auf der Linie einst dem gegnerischen Angreifer Sergej Barbarez. Dessen Reaktion ist nicht überliefert. Vieles spricht für das umgehende Nachgeben starken Harndrangs.

Bankdrücken war nur im Studio etwas für den Mann, der insgesamt 285 Bundesligaspiele bestritt. Vermeintlichen Konkurrenten um den Platz im Tor des 1. FCK schenkte der massige Mähnenträger während seiner aktiven Zeit überhaupt nichts. Uwe Serr, Claus Reitmaier und Co. können ein Liedchen davon singen. Erst als Andi Reinke kam, Ehrmann war schon weit jenseits der 30, sah Tarzan seinen würdigen Nachfolger im Torwartdschungel gefunden – und zeigte ihm die größtmögliche Ehrerbietung, indem er ihn vor den Spielen eigenfüßig warmschoss.

Heute verwaltet Gerry Ehrmann sein Erbe. Dieses fliegt mit Namen Wiese, Weidenfeller, Fromlowitz, Sippel und Robles in den oberen Ligen Fußballdeutschlands herum und versprüht eine ähnliche Melange an Muskelkraft, Sprungvermögen und Draufgängertum wie ihr aller Mentor und Trainer. Ein halbes Jahrhundert Tarzan – wir gratulieren!

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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