Tragödien – Saisonende in der J-League

Die diesjährige Saison in der J-League ging letztendlich ohne große Fußballtragödien zu Ende. Kashima sicherte sich am letzten Spieltag dann doch relativ souverän den Ligatitel, die „Traditionsvereine“ Chiba und Iwata (die allerdings erst im Relegationsspiel) konnten den Abstieg letztendlich doch vermeiden. Im letzten Spiel der Saison gewann Gamba Osaka mit 1:0-Toren im Tokyoter Nationalstadion gegen Kashiwa Reysol den Kaiserpokal. Kashiwa hat dann vielleicht die tragische Rolle in diesem Jahr, da sie sich durch den gesamten Pokal gekämpft haben um dann kurz vor Ende der Verlängerung im Finale das entscheidende Gegentor zu kassieren. Tragisch war aber wohl auch die Saison von Vegalta Sendai, die in der zweiten Division (wo es 42 Saisonspiele gibt) am Ende den dritten Platz belegten, aber in der Relegation den Aufstieg verpassten. Man darf also auf die auch in der deutschen Bundesliga wieder eingeführten Relegationsspiele gespannt sein.

Dramatischer war da schon das Saisonfinale in der Saison 2005. Damals hatten am letzten Spieltag noch fünf Mannschaften eine Chance auf den Titel, wonach es dieses Jahr zwischenzeitlich auch aussah. Tabellenführer vor dem letzten Spieltag war Cerezo Osaka (58 Punkte) vor Lokalrivale Gamba (57). Gamba sah damals am 30. Spieltag schon wie der sichere Sieger aus, sie verloren dann aber 3 Spiele in Folge. Es folgten die Urawa Reds, Kashima Antlers und JEF Chiba mit jeweils 56 Punkten. Bereits in der 3. Minute konnte Cerezo im Heimspiel gegen den FC Tokyo in Führung gehen, dieses Ergebnis würde ja zum Titelgewinn reichen. Schnell ging auch Urawa in Niigata mit 2:0 in Führung, Gamba machte das 1:0 in Kawasaki und auch Kashima fühte 1:0. In der 20. Minute dann die erste Wende: Ausgleich in Osaka: Cerezo – FC Tokyo 1:1. Gamba damit auf Platz 1. Wenig später Elfmeter für Cerezo: aber vergeben! In der Zwischenzeit musste aber auch Gamba den Ausgleich hinnehmen. Neuer Tabellenführer war damit Urawa. So blieb es auch bis zur Halbzeit. In der dritten Minute der zweiten Hälfte ging Cerezo aber wieder in Führung. Kurz darauf auch Gamba wieder, die bekommen aber postwendend den Ausgleich (2:2). Urawa und Kashima fahren unterdessen sichere Siege ein. In der 80. Minute dann die abermalige Wende in Kawasaki: Gamba geht durch einen Elfmeter erneut in Führung und schiebt sich damit wieder auf den zweiten Platz hinter Cerezo. In der 89. Minute dann das Unfassbare: Cerezo kassiert den Ausgleich und Gamba, die zeitgleich sogar noch das 4:2 markieren, wird Meister. Die trockene Beschreibung ist etwas schwierig.

Saisonfinale 2005

Interessant ist aus der ex post-Sicht auch, wie es mit den beteiligten Mannschaften in der anschließenden Saison weiterging: Cerezo, die um 1 Minute den Meistertitel verpassten, stiegen ab! Halbzeitmeister Urawa konnte sich 2006 nach zwei Vizemeisterschaften in Folge endlich den ersten Meistertitel sichern. Guido sei Dank!

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

2 Gedanken zu „Tragödien – Saisonende in der J-League“

  1. Bzgl des Video muss ich mich fragen, ob Japaner wissen, dass Bier ein Getränk ist und nicht etwa ein Duschzusatz. Bierduschen schön und gut, aber da nimmt ja kein Schwein auch nur einen winzigen Schluck. Komische Leute, diese Chinesen.

  2. :-) Dass Bier auch als Getränk genutzt wird, kann ich Dir aus eigener Anschauung versichern. Prost resp. Kanpai!

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