Hildebrand goes Hoffenheim

Timo Hildebrand ist zurück. Ganz Deutschland – ach, die ganze Welt – redet über die Rückkehr des ehemaligen Nationaltorhüters in die Bundesliga. Nach eineinhalb („anderthalb“) Jahren beim ostspanischen Traditionsverein, die mit „Missverständnis“ recht positiv beschrieben sind und in denen er Stammplatz in Verein und Nationalmannschaft verloren hat, kehrt der 29-jährige Ex-Stuttgarter also wieder in die Bundesliga zurück. Und zwar zur TSG 1899 Hoffenheim. Zufall? Wohl kaum.

Wie selbst eingefleischte Timo-Hildebrand-Fans eher nicht, dafür aber aufmerksame Wikipedia-Leser wissen, hat der kleine Timo schließlich bereits in der Jugend dort gespielt. Jedenfalls da in der Nähe, genauer beim FV Hofheim, ähnlich bekannt wie der Namensverwandte aus Sinsheim vor zwei Jahren. Doch auch wenn dieser back-to-the-roots-Vergleich nicht mal mehr hinkt, ganz von der Hand zu weisen ist er im Falle des Timo H. nicht; kehrt er schließlich zu seinem „Ziehvater“ (kicker), Ralf Rangnick, zurück, der ihn damals beim VfB Stuttgart in die Bundesliga holte.

Doch war nur Rangnick der Grund, daß seine Wahl auf Hoffenheim fiel? Als wir resp. faz.net ihm diese Frage stellte, antwortete er, daß „die Art und Weise, wie Hoffenheim Fußball spielt“, ihn begeistere. Nämlich „sehr offensiv. Das kommt meiner Spielweise entgegen“. Was genau meint Hildebrand damit? Wenn ein Stürmer oder ein Mittelfeldspieler, meinethalben auch noch ein Verteidiger, so etwas sagt, okay. Nicht originell, aber man weiß, was er sagen will. Aber ein Torwart??

Finanzielle Gründe jedenfalls hätten nicht mit reingespielt in seine Entscheidung. Hildebrand wörtlich: „Wenn es mir ums Geld gegangen wäre, hätte ich woanders hingehen müssen.“ Ein Satz, den vermutlich nicht mal Uli Hoeneß glaubt.

Es war wahrscheinlich eine Mischung aus allem: Die Heimkehr des verlorenen Sohnes zum Ziehvater, der mit „jungen Wilden“ beeindruckenden Offensivfußball zelebrieren läßt, und das Ganze auch noch für wenig Geld.

Was jedenfalls überhaupt nichts mit seiner Entscheidung, in die Bundesliga zu wechseln, zu tun hatte, ist die Aussicht auf eine Rückkehr in die Nationalmannschaft. „Daran denke ich nicht!“, hat der Hildebrand gesagt. Wir auch nicht.