Bismarck-Hering mit Weißwürsten – Überwintern im Europacup

Ganz Erstaunliches tat sich in dieser Woche aus deutscher Sicht im Europapokal. Die Hanse schlug zurück! Und wies allzu lässige Norditaliener in die Schranken. Damit geht es für die Weser-Anrainer im UEFA-Cup weiter – in der Phalanx des Norddeutschen Bundes mit Hamburg und Wolfsburg. Und die Bayern verputzten nach den tapferen Hoffenheimern am Freitag nun auch die armen Lyoner Würstchen, dank unbändigem Torhunger in Halbzeit 1. Dass bei beiden Partien der tausend Mal bemühte Bayern-Dusel mit auflief, macht das Ganze – jedenfalls südlich des Weißwurst-Äquators – noch erfreulicher.

Auch, dass nun die Gruppenzweiten Chelsea, Inter, Arsenal oder Real warten könnten, trübt die Bayern-Freude nicht. Klinsi wird den alten WM 2006-Spruch wieder aufwärmen, nach dem ja sowieso jeder Gegner geschlagen werden müsse, wenn man… Nunja.

Und Werder hat den allerallerletzten Strohhalm dazu benutzt, um José Placido Mourinho eine ordentliche Ladung Spucke ins Haar zu pusten. Das macht dem nix, Inter war eh schon qualifiziert. Werder ist’s nun auch, für den „Loser-Cup“ wenigstens. Doch wer will diese Umschreibung an der Weser schon gutheißen? Kommt ja eh aus anderen Gefilden. U-U-EFA-Cup heißt das außerhalb von München, jedenfalls noch bis Ende der Saison.

Nächste Woche hat dann ja immerhin noch Stuttgart realistische Chancen, SVW, HSV und VfL in die nächste Runde zu folgen. Hertha hofft bei Olympiakos Piräus derweil auf einen Spielabbruch durch autonome Griechen und einen Sieg am grünen Tisch. Schalke hofft… wohl nicht mehr.

(Bild: Wikimedia Commons)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.