Auf dem Weg zur Weltspitze

Gute Nachricht # 1: Alle drei deutschen UEFA-Cup-Vertreter, deren Gruppen gestern spielten, haben noch Chancen aufs Weiterkommen. Gute Nachricht # 2: Hertha und Stuttgart müssen dazu nur ihr letztes Spiel gewinnen. Die Schalker Fans müssen halt ein bisschen beten – aber wozu hat man schließlich eine eigene Kapelle in der Arena? Das Tollste an der ganzen Chose ist, dass das diesjährige Abschneiden der deutschen Clubs voll den Aufwärtstrend der letzten Jahre bestätigt… Wir sagen: Schluss mit der Schwarzmalerei! Vivat Teutonia!

Euphoriegrund # 1: Fünf deutsche Vertreter in der Gruppenphase: Das gab’s noch nie! Eine Inflation wie zuletzt zu Rentenmark-Zeiten. Nörgler könnten anmerken, dass die Hertha aus Berlin nur über die Fair-Play-Wertung in den Wettbewerb gerutscht ist. Wir sagen: Quatsch! Und Maul! Die Hauptstädter haben sich durch unzählige Quali-Runden gegen hochkarätige osteuropäische Vertreter gemüht, die Hydra enthauptet, den Augias-Stall ausgemistet und sich ihren Platz in Gruppe B mit Fug und Recht verdient! Und nicht vergessen: Auch Kloppos Borussia hätte sich um ein Haar qualifiziert.

Nehmen wir als Kontrast den Cup vor zwei Jahren. Nur Leverkusen und Frankfurt schafften es anno 2006 überhaupt in die Gruppen. Hertha und Schalke hatten bereits in der ersten K.O.-Runde die Segel gestrichen. Ganz anders das Bild, das sich heuer präsentiert: Alle fünf hiesigen Kampfmannschaften können noch weiterkommen. Und, sehr verehrte Damen und Herren, die Mauertaktik-Redaktion hat keine, aber ü-ber-haupt keine Zweifel, dass es auch so kommen wird! Ein Abwärtstrend sieht anders aus.

Euphoriegrund # 2: Schland spielt begeisternden Fußball, wird nur durch fragwürdige Entscheidungen (Haaand! Abseits!! Hallo??) aufs perfideste behindert. Kein Zweifel: Die UEFA will hier die sogenannten Kleinen (England, Italien, Spanien) stärken und das Land der Dichter (W. Lippens) und Denker (U. Seeler) daran hindern, den Wettbewerb auf Jahre hinaus zu beherrschen. Wäre im Berliner Olympiastadion ein Unparteiischer zugegen gewesen – Hertha wäre bereits qualifiziert. Hätte sich Fred Rutten nicht mit seinen alten Doppelkopf-Kumpels aus Enschede verschworen – Schalke wäre so was von durch. Und die Causa Veh wurde sowieso von langer Hand (Platini) geplant, um das Aus der sympathischen Schwaben auf Europas Bühne zu beschwören.

Euphoriegrund # 3: Das alles kann uns nicht stoppen. Nein, geneigte Leser, machen Sie sich auf eine trotzige bis wütende Reaktion von Arne Friedrich, Kevin Kuranyi und Co. gefasst. Denn wir sind wieder wer! Nächstes Jahr dann mit noch mehr aussichtsreichen Vertretern in der Europaliga! Und mit noch mehr Hurra-Fußball und Kampf und Punkten und so. Die glorreiche deutsche Eurobbabogal-Historie wird fortgeschrieben…

1975 Borussia Mönchengladbach
1979 Borussia Mönchengladbach
1980 Eintracht Frankfurt
1988 Bayer Leverkusen
1996 Bayern München
1997 Schalke 04
To Be Continued…

Ein letzter Hinweis: Für Tüftler stellt kicker Online einen spaßigen Tabellenrechner zur Verfügung.

(Bild: Wikimedia Commons)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

6 Gedanken zu „Auf dem Weg zur Weltspitze“

  1. Nicht auszudenken, was wäre, wenn die eintracht anstatt der hertha über die fairplay-schiene gefahren wäre. da wäre jetzt schon eine mannschafts fürs finale gesetzt gewesen.

  2. Werter Autor! Bei aller Euphorie darf man sich nicht dazu hinreißen lassen, Arne Friedrich und Kevin Kuranyi gleichwertig nebeneinander in einem Satz zu nennen! Three on a shirt forever!

  3. Werter Leser!

    1. Ich darf in meiner Funktion als Blogwart hier (fast) alles! :-)
    2. Bin ich mir der blau-weißen Feindschaft durchaus bewusst. Provokation ist jedoch das Salz in der Suppe dieses Blogs.
    3. Sei in diesem Zusammenhang und weiterführend auf ein anderes Machwerk aus meiner Feder verwiesen: http://mauertaktik.de/2008/10/22/der-zorn-des-arnulf/ (Etwaige Homophobie garantiert nicht intendiert!)
    4. Darf ich darum bitten: Halten Sie uns dennoch die Stange! Treue Leser braucht das Land!

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