Was macht eigentlich…Toni Polster? (3)

An dieser Stelle ist ja schon das ein oder andere über Österreich berichtet worden, das uns eher ein leicht spöttisches Schmunzeln ins Gesicht trieb, doch auf einen Export kann unser kotelettförmiges Nachbarland mit Fug und Recht stolz sein: Toni „Anton“ Polster. Der Österreicher begeisterte Mitte bis Ende der 1990er erst die Kölner, später auch die Gladbacher mit seinen Toren. Ins Herz von ganz Fußball-Deutschland spielte sich der sympathische Wiener jedoch mit seinen Interviews und Anekdoten.

Nachdem er in den Achtziger Jahren in Österreich mit dem FK Austria Wien so ziemlich alles erreicht hatte, was es zu erreichen gab, kam Toni Polster 1993 über einen kurzen Umweg über Italien und Spanien nach Köln und heuerte beim FC an, wo er in den folgenden 5 Jahren in 150 Spielen sageundschreibe 79 Tore schoß. Anschließend schoß er noch 2 Jahre lang für die M’Gladbacher Borussia seine Tore, ehe er zurück nach Wien ging, um dort seine beeindruckende Karriere ausklingen zu lassen. Wo er auch war, erlangte er Legendenstatus. Dies ist durchaus wörtlich zu nehmen: Die zugegebenermaßen reichlich sinnfreie Reporterfrage, ob er lieber Denkmal oder Legende genannt würde, rettete „Toni-Doppelpack“ mit einem „Na dann ist mir Legende lieber – aufs Denkmal scheißen die Tauben immer drauf!“.

Auch in der österreichischen Nationalmannschaft war Polster erfolgreich. Also jedenfalls so erfolgreich, wie man eben mit dieser Nationalmannschaft sein kann. So schoß er beispielsweise im entscheidenden Qualifikationsspiel 1989 beim 3:0-Sieg über die DDR alle drei Tore selbst und verdiente sich damit das oben abgebildete Photo wie wohl kaum ein anderer WM-Teilnehmer. Auch wenn Polster immer ein Optimist war („Ich bin Optimist, sogar meine Blutgruppe ist positiv.“), kam man bekanntlich über die Vorrunde nicht hinaus.

Bereits während seiner aktiven Karriere beschäftigte ihn die Musik, was darin gipfelte, daß er mit der Kölner Szeneband „Die fabulösen Thekenschlampen“ den Krachersong „Toni, laß es polstern!“ (siehe resp. höre unten) einspielte. Mittlerweile hat Toni Polster sein zweites Album („12 Meistertitel“) veröffentlicht und soll dafür sogar mit Platin ausgezeichnet worden sein. Heute tritt er immer wieder mal mit seiner Band auf. 2005 erreichte er bei der ORF-Showreihe „Dancing Stars“ das Finale, was ihn selbst wahrscheinlich am meisten überraschte. Nach eigener Angabe werden seine Lieblingstänze immer Polonaise und Sirtaki bleiben.

Als kleine Randnotiz muß noch erwähnt werden, daß Polster 1997, also während seiner Kölner Zeit, Präsident des Kölner Kreisligisten SV Weiden wurde. Dort wird auch heute noch der Toni-Polster-Wanderpokal ausgespielt.

Doch jetzt Bühne frei für Anton „Toni – Doppelpack“ Polster!

(Bild: Wikimedia Commons – GNU-Lizenz)

10 Gedanken zu „Was macht eigentlich…Toni Polster? (3)“

  1. SehrGut!endlich wird auch diesemVergessenen mal der Respekt entgegen gebracht, den er verdient

    habe ü.gens selber schon mal gegen Toni gekickt – mit ner RTL-Fussi-Truppe – ein TestSpiel gegen den SV Weiden – da war der Toni zwar kein Profi mehr und hatte etwas um die Hüften zugelegt – er hat uns aber die Dinger aber trotzdem um die Ohren gehauen, als gäb’s kein morgen

    außerdem – erinnert sich hier hier jemand noch an die tollen AufwärmÜbungen von Toni Polster (die er vor dem Spiel immer zum besten gab) – EIN ECHTER LEIWAND, DER TONI!!

  2. @feivelinho:

    was heißt: „ein echter leiwand, der Toni“? was wolltest du damit sagen?

    btw: es wurde vergessen, dass Toni Polster auch den goldenen Schuh gewann (wenn auch nachträglich) und dass seine Spanien Zeit wohl auch nicht unerfolgreich war (wenn nicht sogar erfolgreicher). Er ritterte damals mit Hugo Sanchez um die Torjägerkrone.

  3. Österreichisch : leiwand
    Deutsch : super, toll, grossartig

    …kann man aber auch als Substantiv verwenden. Leiwand sagen die Wiener zu jemand der ein rechterHecht ist – ein SpitzenTyp

  4. ehrlich gesagt is mir die ganze Diskussion zu doof – wenn du’s doch vorher schon ‚besser‘ wusstest – warum fragste denn dann so blöd…

  5. Die wachechte Wienerin mag andere Qualitäten haben, was jedoch nicht ausschließt, dass sie einen Migrationshintergrund hat. In allen Bezirken Wiens ist „leiwand“ ein waschechtes Adjektiv. Nach Auskunft einer nicht ganz waschechten Wienerin verwenden aber nur noch eingewienerte dieses Wort um sich bei weniger eingewienerten als waschechter zu präsentieren :-)

  6. Leiwand, leiwand. Ich kenn‘ nur Torwand – und das auch nur als Substantiv!
    Was passiert eigentlich mit nicht-waschechten Wienern, wenn die sich dann doch mal waschen? Laufen die ein? Färben die aus? Oder lösen die sich vielleicht sogar auf?

    Weiter machen!

    Greez

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