Die Ü-30-Party – Mauertaktikelf (1)

Heute stellt Mauertaktik ein neues Format vor: Die Mauertaktikelf. Hier wird jeweils eine Mannschaft aus 11 Spielern der Bundesliga vorgestellt, die sich unter einen bestimmten Oberbegriff subsumieren lassen. Heute steht eine Ü-30-Party auf dem Programm, also wird sich die Mannschaft aus den Methusalixen der Liga zusammenstellen.

TOR

Jens Lehmann (38): Der Essener Lehmann ist einer der Alterspräsidenten der Liga, wie man inzwischen auch unschwer bei Aufnahmen der Hintertorkamera an seiner Haarpracht feststellen kann. Einen Namen machte  er sich bereits in der Saison 93/94 als er im Spiel seiner Schalker in Leverkusen zur Halbzeit ausgewechselt wurde und mit der S-Bahn (S6) nach Hause fuhr. Lehmanns Mutter damals:“Wir essen zeitig!“ Seinen größten Coup landete er zweifelsohne 2006, als er Siez-Freund Kahn aus dem deutschen Tor verdrängte. Eine konzertierte Aktion, u.a. mit Hilfe des Essener Kumpels Bierhoff („Obertucke“ (Ballack)).

ABWEHR

Bastian Reinhardt (32): Der 1,94m-Mann Reinhardt steht auch dieses Jahr wieder in der HSV-Innenverteidigung. Die zahlreichen Versuche des HSV-Managements ihn irgendwie zu ersetzen sind bis jetzt alle gescheitert. Fußballgourmets dreht sich bei seiner Spielweise zwar der Magen um, aber er scheint diese Saison noch mal so richtig auf Touren zu kommen: Er machte am 3. Spieltag einen Doppelpack bei Ex-Verein Bielefeld.

Marcelo Bordon (32): Apachenhäuptling Bordon ist der Abwehrchef dieser Mauertaktikelf. Der Blutsbruder von Cacau wechselte nach dem Tod von Nscho-tschi nach Schalke. Hier schwor er dem Manitu ab und ist inzwischen als Turbochrist bekannt. Nachhaltige Auswirkungen auf den Gelsenkirchener Sündenpfuhl sind noch nicht festgestellt worden.

Vragel da Silva (34): Anti-Fußballer da Silva komplettiert die Dreierkette. Der Lausitzer bestätigt den Satz von Paul Breitner:“Sie sollen nicht glauben, dass sie Brasilianer sind, nur weil sie aus Brasilien kommen!“ Er war Teil der letzten Mannschaft des SSV Ulm vor dem Zwangsabstieg in die Verbandsliga. War er damals noch für sein Kopfballspiel bekannt, hat er inzwischen auf Ellenbogenschlag und große Außensichel umgeschult.

MITTELFELD

Rüdiger Kauf (33): „Rübe“ Kauf, wie er von seinen Fans liebevoll genannt wird, ist spitze. Zumindest in der Kategorie „Gelbe Karten“. Dort ist er regelmäßig ganz oben zu finden. Der Schwabe scheint in Ost-Westfalen eine zweite Heimat gefunden haben, ist inzwischen sogar Kapitän. Zwei Abstiege und zwei Aufstiege hat er hier schon miterlebt, ein „emotional rollercoaster“ sondergleichen. Und kein Ende in Sicht …

Frank Baumann (33): Der Würzburger Baumann ist im allgemeinen Fußballbewusstsein als zentrale Figur des Bremer Mittelfeldes bekannt. Und das vollkommen zu Recht, denn er hatte entscheidenden Anteil am Double 2004 und an nunmehr fünf Championsleagueteilnahmen in Folge. Fast vergessen ist da sein Anteil an einer Episode aus dem Mai 1999, aus seinem letzten Spiel für den Nürnberger „Glubb“. Dort meldete sich bekanntlich Günther Koch vom „Abgrund“ aus Nürnberg, wo Frank Baumann es in letzter Minute nicht schaffte den Ball aus wenigen Metern über die Linie zu befördern. Großer Radiosport, aber Nürnberg war damit abgestiegen!

Altin Lala (32): Der erste Teletubbie in der Bundesliga! In der Kategorie des Unsymphatieträgers machte dem Hannoveraner allenfalls Fatmir Vata Konkurrenz. Aber auch auf dem Platz sorgt er noch für Furore. So legte er am Mittwoch gekonnt einen Herthatreffer auf. Faire Geste!

Pál Dardái (32): Der Dauerbrenner Dardai ist auch unter Lulu Favre nicht wegzudenken. Nach langem Rätselraten lüftete er nun im Tagesspiegel sein Geheimnis: Rotwein garantiert nicht nur Fitness und Kraft, sondern sorgt auch für einen wunderbaren Teint. Der „Balaton-Bomber“ bleibt Hertha also noch ein paar Jahre erhalten.

Mehdi Mahdavikia (31): Asiens Fußballer des Jahres 2003 ist sportlich bei der Frankfurter Eintracht leider nur noch zweite Wahl. Für einen großen Knaller sorgte der Hobby-Mormone aber im Jahr 2005, als er eine Hamburger Discobekanntschaft in Teheran ehelichte, obgleich er seit acht Jahren dort schon über eine Ehefrau inkl. Tochter verfügte. Das Ganze klärte sich dann auf, als Frau Mahdavikia II ihren Platz als Spielerfrau im Stadion einnehmen wollte und von anderen Spielerfrauen verscheucht wurde („Sie sind nicht Frau Mahdavikia!“).

STURM

Diego Klimowicz (34): Der Gaucho Klimowicz spielte seit 1996 in Spanien, als er plötzlich die Lust auf etwas Neues verspürte. Die Lust auf etwas Exotisches, das pure Abenteuer. Die logische Konsequenz: Ein Wechsel zum VfL Wolfsburg. In der Autostadt machte er ab 2001 dann in 149 Spielen 57 Tore. Er ist damit Rekordtorschütze des Vereins. Aller Zeiten! 57 Tore schaffte nämlich nicht mal Roy Präger.

Nikos Liberopoulos (33): In Griechenland ist er eine Legende, in Deutschland wird er ständig mit dem ran-Urgestein Christopher Lymberopoulos verwechselt. Der Mann mit braunen Augen und mit schwarzem Haar singt gern Musik, die fremd und südlich war (resp. ist). Denn auch sein Geheimnis ist: Griechischer Wein ….

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

8 Gedanken zu „Die Ü-30-Party – Mauertaktikelf (1)“

  1. Mir fehlt im Sturm der 53 Jahre alte Matthias Scherz. Für das Mittelfeld bitte noch den Quotenholländer Marc van Bommelen und Herthas Johann Nicu. In der Abwehr fehlt Frau Korkenzieher Kovac und im Tor Selbstverständlich der blutjunge Uwe Gospodarek, der ja auch schon Ersatztorhüter der WM- Sieger von 1974 war.

  2. 2Dinge:

    (1) es muss (richtiger) heißen: der Heisinger Lehmann
    (2) mir fehlt Tanne Tarnat in der Aufstellung (auch wenn der momentan noch verletzt ist)

  3. peeS: hier noch ein kleines Detail aus den UnTiefen der RAN-DatenBank: sowohl Oliver Bierhoff als auch Jens Lehmann (und Thomas Chichon) sind der Jugend von ETB SW entsprungen (das musste mal von mir, einem Kind des Essener Südens, hier mal festgehalten werden!! RWEstinkt!)

  4. natürlich muss es Cichon und nicht CHichon heißen – scheißeWurstFinger hab ich da vom lieben HerrGott bekommen

  5. Und Lehmann fuhr nicht mit der Straßenbahn aus Leverkusen nach Hause (gibts dort nämlich gar nicht) sondern mit der S-Bahn.

    P.S. Alex Voigt fehlt mir noch

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