Der Zorn des Arnulf

Das ist der Arne. Der Arne ist ein überaus und immerzu friedlicher Mensch. Auf dem Platz lässt er am liebsten seine Gegenspieler vorbei, weil er weiß, dass er ihnen sonst weh tun müsste. Und das will der Arne nicht. Auch außerhalb des Platzes ist der Arne so ein ganz normaler, friedlicher Typ. Also richtig normal. Seit der 5. Klasse ist er mit der Linn zusammen. Die kommt wie der Arne und 49.998 andere normale Typen aus Bad Oeynhausen. Nach dem Training ist der Arne am liebsten zu Hause und guckt mit der Linn DVDs – zum Beispiel Konzerte von der Kelly Family. Oder die Aufzeichnung vom letzten Schützenfest, die die Eltern vom Arne den beiden extra geschickt haben. Aber ohne Ton, weil das immer so knallt.

Letzte Woche wurde dann alles anders zwischen dem Arne und der Linn. Und das kam so. Der Arne hat nämlich einen Mitspieler, den Pante…

Also eigentlich ist der Arne eher ein Mitspieler vom Pante und nicht umgekehrt, denn der Pante ist nicht nur der einzige und deswegen beste Stürmer bei der Hertha sondern auch noch Präsident, Manager und Besitzer des Vereins. Das macht der Pante alles alleine. Kriegt ja auch ’ne ordentliche Stange Moneten dafür. Aber schließlich ist er ja auch der Beste, der Pante, also wirklich. Deswegen darf er auch machen, was er will. Nach dem Länderspiel letzte Woche hat sich der müde Pante dann auch erstmal – statt zum Training zu gehen – aufs Sofa gefläzt und sich von seiner Frau Bier und Salami bringen lassen. Die extrascharfe.

Abends – als gerade Paddy Kelly auf dem Bildschirm zu sehen war – hat der Arne der Linn erzählt, dass der Pante nicht beim Training war. „Naja“, hat er geseufzt. „Ist halt der Beste. Der darf das.“ Da wurde die Linn richtig sauer. „Hast Du sie noch alle?“, hat sie gebrüllt. „Du bist doch der Kapitän. Also ja wohl ein bisschen wichtiger und besser als dieser Lackaffe!“ Der Arne hat ganz entsetzt geguckt. „So kenn ich dich ja gar nicht, Schatz. Setz‘ Dich doch wieder!“ Und hat beschwichtigend auf das Sofa mit dem Tigerentenbezug geklopft. Doch die Linn wurde immer wütender. „Also, ich würde dem mal richtig den Marsch blasen“, hat die Linn dann gebrüllt. „Wie… wie soll das denn gehen…“, hat der Arne gestammelt und auf den Teppich vor dem Sofa gestarrt. Der war ein Geschenk von Linns Oma Elfriede. Der Arne hat gehofft, dass die Linn mit dem Brüllen aufhört. Doch die kam jetzt erst richtig in Fahrt. „Verpass‘ dem ne verbale Schelle, die sich gewaschen hat!“, hat die Linn gebrüllt. „Hm…“, hat der Arne leise gesagt, immer noch den Kopf gesenkt, und hat immer noch darauf gehofft, dass die Linn mit dem Brüllen aufhört. Der Arne brüllt nie und hasst überhaupt Brüllen total und so.

Auf einmal hat die Linn den Arne eine geklebt. Klatsch. Und noch eine. Klatsch. Der Arne hat ganz entsetzt und auch ein ganz kleines bisschen verärgert zur Linn hochgeschaut. „Schatz, was soll denn das?“ – „Also wenn Du den nicht in seine Schranken weist, setzt es noch ein paar von denen!“

Als sie merkte, dass der Arne immer noch nichts unternehmen wollte, setzte die Linn zum finalen Schlag an und drohte ihrem mittlerweile mit Dackelblick im Atrium stehenden Lebensgefährten mit dem Horror Nominis: „Wenn Du den schmierigen Typen nicht in seine Schranken weist, wird aus Dir bei der Hochzeit ein Rödenbeck! Ich schwör’s Dir!“ Ihr Freund hatte genug gehört. Aus Arnulf dem Braven wurde nun urplötzlich Arnold der Aggressor. Vor Zorn bebend sprang er umgehend durch die Glaswand des Eingangsbereichs, riss die Tür seines Jeeps aus den Angeln und brauste mit 280 km/h gen Olympiagelände. Auf dem Weg riss der tobende Torverhinderer mehrere Menschen in den Tod.

Und am nächsten Tag las man in der Tagespresse Worte, die nicht von Arne F. zu stammen schienen, aber dennoch glasklar dem weichen Westfalen von den Reportern in den Mund gelegt wurden: „Was er diesmal gemacht hat, geht gar nicht!“ Klatsch. Und weiter: „Er hat auch das Team im Stich gelassen!“ Klatsch, klatsch. „Ich sehe nur eine Lösung: Pante in den Zoo!“ Megaklatsch.

Der Pante saß dann auf der Tribüne, weil Arnold F., mit der Verzweifelung eines nominellen Friedrich, dem restlichen Team und auch Manager Dieter mit Kloppe gedroht hat.

Also eigentlich saß der Pante nicht auf der Tribüne. Denn kurz vor dem Anpfiff ist ihm aufgefallen, dass seine Haare nicht richtig saßen (obwohl er sie vorher extra per Handstand in einen Eimer Lack gesteckt hatte und sie eigentlich auch unter seiner Mütze überhaupt nicht zu sehen waren). Dennoch ist der Pante für den Rest des Nachmittags auf dem VIP-Klo verschwunden und hat „Cool aussehen“ geübt…

(Bild: Wikimedia Commons – GNU)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

16 Gedanken zu „Der Zorn des Arnulf“

  1. Also ich habe herzlichst gelacht und kann mich lubomir und kalle kiez nich anschließen…
    man man

  2. haha das foto, pante denkt er wär der größte..son arroganter hund aber macht halt schöne buden.

    pante chillt bei uns in berlin immer bei son serben laden, raucht und säuft!!! keine schtorry 100% wahr!

  3. @kalle kiez:
    wie wärs denn mal mit ner kostprobe deines literarisch-schöpferischen Könnens?

  4. @ k.

    …um damit Pixel mit dem unsinnigen Scheiß den ich so für witzig halte zu verschwenden?
    So einen Müll wie diese Seite auch noch gutzuheissen entspricht ungefähr dem Interlekt dieses Textes. Wobei ich mir kein Urteil über deinen Interlekt bilden möchte… nein, wirklich nicht!

  5. …also wenn Mr.Valium mir nen Einlauf verpassen täte, dann hätte ich schon allein aus lauter Angst nen Krankenschein gezogen (um die kommende Woche das Training zu schwenzen) – wer weiß was er einem sonst noch so antut, wenn er erst mal richtig in Rage gerät;-)

    …das Ganze grenzte ja schon ein weing an Mobbing – also liebeHERTHA – noBody better fuck with Marco – ‚cause he’s myMan – mit Lolli+Glasses+so!!

  6. upps. meine natürlich „schwänzen“ – aber laut meinem GrundschulZeugnis aus derVierten war Orthographie noch nie meine Stärke;-)

  7. “interlekt” ist gut, den merk ich mir

    Einverstanden und dannach kannste Dir ein Eis backen gehen .

    Für die Fans: Intellekt wäre das richtige Wort gewesen, dass jetzt vielleicht ja eine ganz andere Sichtweise auf die Dinge eröffnet, cheers.

  8. Wie lustig, Herr von Schleck. Da redet die Bundesliga seit Monaten über das Problem Homophobie im Profifußball. Und dir fällt nichts besseres ein als den Fußballer Arne Friedrich (dessen Homosexualität ein offenes Geheimnis, aber eben auch seine Privatsache ist) als verweichlichte, unmännliche, von der Alibi-Freundin herumgeschubste „Schwuchtel“ darzustellen… Ganz arm!

  9. @ Diego aus Berlin: Dass A. Friedrich schwul sein soll, ist mir neu. Darauf zielte der Artikel auch überhaupt nicht ab. Fand es nur erstaunlich, dass der einst äüßerst Brave sich in den letzten Monaten zum verbalen Leitwolf entwickelt hat. Dies war Anlass für diesen satirisch gemeinten Beitrag.

  10. Also es hat ja irgendwo nen bischen was gemeiniss,
    aber is denoch auch auf eine art und weisse zimmlich lustig.
    Naja aber auf Leuten rumzuhacken die in der öffentlichkeit stehen is ja mittlerweile zu sowas wie nem Sport geworden.
    So das wars dann auch mehr habe ich jetzt wohl nich zu sagen…
    …oder doch xD

    mmm man weiß ja nie…

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