Was macht eigentlich…Stefan Effenberg? (2)

1968 war ein ereignisreiches Jahr: Der Nordvietnamese startet die Tet-Offensive, der 1.FC Nürnberg wird Deutscher Meister und Johnny Cash nimmt ohne Drogen sein Album „Live at Folsom“ (Prison) auf. Und mitten rein in die Weltgeschichte platzt in Hamburg am 2. August einer der talentiertesten und zugleich umstrittensten Fußballer, die Deutschland je hervorgebracht hat: Stefan „Effe“ Effenberg.

War seine Geburt noch relativ unbeachtet, war für den „Tiger“ schnell klar, daß er sich mit dem Ball durch den deutschen Boulevard-Dschungel dribbeln will.

Bereits im zarten Alter von 4 Jahren beginnt der kleine Stefan das Fußballspielen. Schnell wird klar, daß er nicht nur eine rechte Klebe, sondern auch einen ganz stattlichen Sockenschuß hat. Er gewinnt schon in jungen Jahren alles, nur keine Freunde, und so kann sich der junge Effe voll auf Fußball und die Klippschule konzentrieren. Da ihm die Schule trotz seiner Vulgärsprachbegabung „keinen Bock“ macht, steht er jede freie Minute auf dem Platz. So ist es wenig überraschend, daß Effenberg 1987 von Borussia Mönchengladbach mit seinem ersten Profivertrag ausgestattet wird.

1990 wechselt der talentierte Mittelfeldorganisator, der nur ein Jahr später in der Nationalmannschaft debütieren wird, zum großen FC Bayern, wo er direkt im ersten Training mit Olaf Thon zusammenrasselt und mit sofortiger und nachhaltiger Wirkung intellektuell implodiert. So ist an der Säbener Straße eigentlich auch keiner traurig, als Effenberg 1992 zum AC Florenz wechselt, pöbelt der gebürtige Hamburger doch mittlerweile nicht nur gegen Verein, Vorstand und Stars, sondern auch gegen Ol. Thon („Bratwurst“). Als in Italien der Erfolg eher ausbleibt, freut sich der inzwischen völlig verblendete Egomane nach einem Jahr Serie B auf bessere Zeiten, und zwar bei der Weltmeisterschaft in den USA. Da Bundestrainer Vogts von ihm mehr Leistung fordert und das unverschämt kritische deutsche Publikum den von ihm gezeigten Standfußball mit Pfiffen quittiert, läßt sich der extravagante Beau zu einer unschönen Geste hinreißen, die Jahre später als Titel für seine Memoiren „Ich habs allen gezeigt“ herhalten wird.

Der inzwischen unbeliebteste Deutsche auf der ganzen Welt wird noch im gleichen Jahr von Gladbach zurück in die Bundesliga geholt, wo er sich von seiner peinlichsten Seite zeigt: vorne kurz, hinten Tiger. Die krasseste Frisur der Bundesliga-Geschichte, über die selbst Peter Wynhoff lachen muß. Dennoch spielt die Borussia anfangs noch erfolgreich und gewinnt sogar gleich den DFB-Pokal.

1998 dann erneut der Wechsel zu Bayern München. „Tiger“ selbst merkt Mitte/Ende der 90er schon lange nichts mehr. Fußball spielt er nur noch, damit „die Kasse stimmt“, Spaß gefunden hat er inzwischen an der Juristerei und verprügelt Frauen in Discotheken, Klassenkameraden seines Sohnes, Obdachlose „und anderes Geschnetz“ und steht ständig vor dem Kadi. Als ihm auch das zu langweilig wird, spannt er 2002 seinem Mannschafts“kollegen“ Thomas Strunz die Frau aus. Effe fährt voll auf das Prolo-Weib ab, „weil die Alte die gleiche Frisi hat und auch keine Penner leiden kann“.

In der Tat scheinen beide nicht nur modisch seelenverwandt. Claudia Strunz wirkt genauso überheblich, unverschämt und eingebildet wie ihr neuer Göttergatte. Lange bleibt die Affäre allerdings kein Geheimnis. Partymuffel Thomas wird nämlich stutzig, als seine Ehefrau eines Tages erst in den frühen Morgenstunden nach Hause kommt, ohne nach Zigarettenqualm zu riechen. Klar, daß im Hause Strunz („Du Schwein hast mir meine Frau geklaut!“) der Haussegen mehr als schief hängt. Wie Effe ein Jahr später in seiner Biographie zugeben wird, konnte er „den Thomas irgendwie verstehen“. Kaum sind die beiden Voll-Narzisten offiziell ein Paar, kann das Glamour-Leben beginnen. Neu-Familie Effenberg zieht nach Florida und lebt dort standesgemäß (Ex-Fußballstar und Spielerfrau), „Effeville“ steht über dem Eingang zur 900-Quadratmeter-Villa.

Vielleicht wegen der gelegentlichen Gastauftritte als Premiere-Sexperte, vielleicht auch nicht, die Effenbergs wollen jedenfalls dauerhaft zurück nach Deutschland, und das machen beide auf ihre Art: Nämlich z.Z. sonntags um 19.05 Uhr auf RTL. Glaubt man der TV-Kritik, wird dort ganz c-promi-like gezeigt, warum die beiden letztes Jahr kurz vor der Trennung standen.

Aus Stefan Effenberg hätte durchaus was werden können.

(Bild: Wikimedia Commons / ArtMechanic)

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