Und es dreht sich wieder… Wer ist der Nächste?

Der Schwächste fliegt!
Der Schwächste fliegt!

Zwei Dinge sind in einer jeden Bundesliga-Saison so sicher, wie das Amen in der Kirche, und leider unausweichlich: Der „Kaiser“ wird beim Dummschwätzen nur von Udo Lattek übertroffen und irgendwann wird der erste Trainer entlassen. Nun ist dann auch endlich Letzteres eingetreten. Nach gerade einmal sieben Spieltagen hat sich Borussia Mönchengladbach vom Aufstiegscoach Jos Luhukay getrennt. Wer ist wohl der Nächste? Hier das Angebot von Mauertaktik.

In einer mit „gruselig“ noch ziemlich freundlich umschriebenen -naja- „Quiz“-sendung Ende der Neunziger brüllte Ober-Doofnase Sonja Zietlow ihren Kandidaten „Du bist der Schwächste – Du fliegst!“ entgegen. Ganz so schlimm ist es dann im Fußballgeschäft doch nicht. Dort kommt dann -wie aus dem Hut gezaubert- irgendein Sportdirektor und erzählt im feinsten Fußballamtsdeutsch von der „schwierigen Situation“ und der „sportlichen Lage“, die leider eine Trennung vom Trainer unumgänglich machten. Wenn dann auch noch betont wird, daß Trainer und Führung  gemeinsam zu dieser Entscheidung gekommen sind, interessiert auch wirklich niemanden mehr, daß dieser meist einen Tag vorher noch ein Aufgeben ausgeschlossen hat. Das Schema F, so sind nun einmal die Gesetze des Geschäfts und jeder Trainer weiß das auch. Irgendwann ist nun einmal Schluß.

Die große Frage also: Wer fliegt als Nächster? Heiße Kandidaten sind natürlich Michael Frontzeck bei Arminia Bielefeld und Bojan Prasnikar beim FC Energie Cottbus. Großes Plus des Slowenen ist sicherlich, daß ihm dieses Überlebens-Gen, das auch die Lausitzer Jahr für Jahr wieder nicht aus Liga Eins absteigen lässt, ins Blut übergegangen ist. Zu beobachten bleibt sicherlich auch, ob sich der in Dortmund anfangs so gefeierte Klopp nicht doch irgendwann als großes Mißverständnis herausstellt. Aber dafür hat er eigentlich schon zu viel bewegt beim BVB, auch wenn die Ergebnisse im Moment natürlich nicht für ihn sprechen.

Da es bei einer Trainerentlassung gerade für den Trainer nichts zu gewinnen gibt, meldet sich natürlich keiner freiwillig. Eine Ausnahme bildete da vielleicht bisher Jürgen Klinsmann, der zwar die derzeitige Krise beim FC Bayern fleißig wegzugrinsen versuchte, aber nach einem 3:3 zuhause gegen Bochum langsam merkt, daß ihn der geballte Zorn des Uli H. doch schneller als erwartet treffen könnte, und erstmals öffentlich die (Ergänzungs)-Spieler für den ausbleibenden Erfolg verantwortlich machte. Schon alleine daran merkt man, daß das die erste Trainerstation ist. Eine Mannschaft kann noch so schlecht sein, rausgeschmissen wird der Trainer. Ist ja auch schließlich einfacher als eine komplette Elf zu entlassen.

Der Rausschmiß Luhukays war daher auch keine große Überraschung. Man kann gespannt sein, wer diesen Job übernehmen will. Peter Neururer würde auf jeden Fall gerne wieder arbeiten: In einem Interview mit 11Freunde entgegnete „Peter der Große“ auf die Feststellung „Herr Neururer, wir vermissen Sie“ in guter, alter Neururer-Manier „Das ist schön, daß Sie mich vermissen, aber das nützt mir nicht viel – oder brauchen Sie einen Trainer“

Mauertaktik sagt: Pit, übernehmen Sie!

(Bild: Flickr / Dominic’s pics)