Der letzte Kettenraucher

Inspiriert von Kollege Nutas Beitrag zu Walter „El Teerlunge“ Frosch sinnierte ich, lässig in der Hängematte baumelnd, ein wenig über die guten, alten Zeiten, in denen noch jede Profimannschaft ihren Kettenraucher hatte. Oft auch gleich eine mehrköpfige, mit allen Freiheiten ausgestattete Kettenraucherfraktion.

Da in den Zeiten von gesundheitsbewussten Vollblutprofis, die sich zwischen Theraband-Übung und Videostudium noch schnell die Feinstaubplakette für ihren Audi abholen, der Homo Glimmstengel keine Daseinsberechtigung mehr hat, sei auf einen der genialsten Permaqualmer der neunziger Jahre hingewiesen. Mauertaktik proudly presents: The last great Nikotin-Kicker – Mario Basler.

Seine Glanzzeit erlebte die im pfälzischen Neustadt geborene Keuchlunge zweifelsohne in Bremen, wo Basler zwischen 1993 und 1996 in 92 Spielen 36 Tore schoss. Um ein Haar hätte er auch das Champions-League-Finale 1999 für Bayern entschieden. Wenn das Spiel nur pünktlich abgepfiffen worden wäre…

Der bekennende Weizentrinker ging auch als Meister der Selbstreflexion durch, der wusste, worauf es im Fußball ankommt: „Ich habe immer gesagt, dass ich kein Dauerläufer bin, sonst könnte ich ja gleich beim Marathon starten.“

Super-Mario war natürlich vor allem der unumschränkte Herrscher über die ruhenden Bälle, zimmerte die Pille aus allen Lagen in die Kiste und konnte auch das, was sonst nur den Marc Engels dieser Welt vorbehalten ist: Ecken direkt verwandeln. Ein paar Highlights:

Übrigens ist der heutige Trainer von Eintracht Trier auch der bis dato letzte Mittelfeldspieler, der die deutsche Torjägerkanone gewann (1995 mit 20 Toren, gemeinsam mit Heiko Herrlich).

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

4 Gedanken zu „Der letzte Kettenraucher“

  1. Was wäre wohl erst aus SuperMario geworden, wenn er von einem Ricardo „El Fluppe“ La Volpe trainiert worden wäre – die hätten zusammen bestimmt doppeltSOviele Titel gewonn‘;-)

  2. Legendär auch Basler bei seinem Abschiedsspiel :“Ich bin heute so fit wie früher als Spieler – also gar nicht.“

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