5 Tore für ein Halleluja – der fünfte Spieltag

Der fünfte Spieltag hat sich ohne Frage einen Platz in den Geschichtsbüchern erarbeitet. Es ging schon mit einem gutem Fußballspiel am Freitag los. Beim 4:0 der Leverkusener gegen H96 war es allerdings nur eine Mannschaft, die für Unterhaltung sorgte. Für den historischen Meilenstein sorgte aber zweifellos Werder Bremen. Beim 5:2 in München wurde die Festung Allianz-Arena nicht nur gestürmt, sondern regelrecht ausgeräuchert. Die unschöne Seite des Spieltags waren sicherlich die Spiele auf Schalke, in Cottbus und in Bielefeld. Diese Gruselkicks hatten neben einem hohen Dornröschenfaktor nicht viel zu bieten. Der Fußballfan kann aber insgesamt zufrieden mit dem Spieltag sein, denn eins kann man sagen: Die Meisterschaft ist völlig offen.

Nach den jüngsten Erfolgen der Bayern ließ sich der ein oder andere Experte unter der Woche schon dazu hinreissen davon zu sprechen, dass die Münchener nun ihre Formation gefunden hätten und eine ähnlich dominante Stellung in dieser Saison einnehmen werden wie in der letzten Spielzeit. Da erinnerte sich sicher auch so mancher an das 4:0 der Bayern in Bremen am 2. Spieltag der letzten Saison. Es kam aber alles ganz anders … Die Bremer zeigten ein großartiges Spiel und begannen zunächst mit einem Pfostenschuss. Dieses Auslassen der ersten Chance rächte sich aber nicht, da die Bremer in der Folge ihre Offensivbemühungen sogar noch verstärkten und nach einer halben Stunde war es dann soweit: 1:0 durch Rosenberg nach Zuckerpass von Özil. Der Startschuss für ein Bayerndebakel, wie man es seit Jahrzehnten lediglich auf der heimischen Spielkonsole bewundern durfte. Das Spiel am Samstag war aber „echt“. Kurz vor der Pause dann das 2:0 durch Naldo, wo Michael Rensing das erste Mal negativ auffiel, als er den Ball in die Mitte abwehrte, was zur Vorlage für den brasilianischen Abwehrriesen mutierte.

Aber war es wirklich Rensing, der das Spiel verloren hat? Sicherlich muss er das 0:5 auf seine Kappe nehmen und auch beim 0:4 von Pizarro aus 30 cm sah er nicht besonders gut aus. Aber ich glaube an diesem Tag wäre Bayern auch mit jedem anderen Torwart unter die Räder gekommen. Sie waren einfach in jedem Mannschaftteil desolat. Abwehr und Mittelfeld ließen die Bremer machen, der Sturm nahm nicht am Spiel teil. Aber auch wenn man diese Niederlage nicht unbedingt an Rensing festmachen konnte, scheint seine Position trotzdem immer mehr ins Wanken zu geraten. Nach der Championsleague-Partie gegen Bukarest scherzte Kollege van Buyten noch:“Der braucht wohl eine Brille“, wie der Tagesspiegel berichtete. Das lag zwar daran, dass er fälschlicherweise Luca Toni und nicht den belgischen Wrestlersohn für den Torschützen gehalten hatte, aber am Mittwoch zeigte Rensing bereits einige Unsicherheiten. Dies nährt natürlich die Vermutung, dass Rensings Zeit im Bayerntor vielleicht bereits endet, bevor sie richtig begonnen hat. Zwar hat die Führung der Bayern Rensing ja im letzten Jahr den Platz als Nummer Eins „versprochen„, aber sowas kann bald vergessen sein. Wenn man sich an den Abgang von Felix Magath aus München erinnert, kann man sich sogar ein waghalsiges Manöver in der Winterpause vorstellen. Die weitere Entwicklung bleibt hier also spannend.

Wenig zu berichten gibt es über die Partien Schalke-Frankfurt (eine seltsame rote Karte, ein Eigentor), Cottbus-Bochum (Fehlpassfestival, Profifussballer, die den Ball nicht stoppen können, immerhin 2 Tore) und Bielefeld-Köln (erster Schuss der Bielefelder nach 75 Minuten wird zum 1:0 abgefälscht, zweites Tor dann eigentlich ein Eigentor durch missglückten Abwehrversuch). Aber auch das 1:0 der Hertha in Gladbach bot wenig für den Fußballgourmet. „Almöhi“ von Bergen blieb zwar auf der Bank und trotzdem wurde es öfter brenzlig, aber das Aluminium war auf der Seite der Hauptstädter.

Interessanter denn je ist die Situation an der Tabellenspitze. Der HSV wurde von Wolfsburg entzaubert und vom Thron gestoßen. Die VW-Städter sind noch ungeschlagen, was sonst inzwischen nur noch Schalke von sich behaupten kann. Auf dem Weg nach oben ist auch Leverkusen, die mit „Pätrick“ Helmes, den wohl derzeit besten Stürmer in ihren Reihen haben. Wieder oben angekommen ist neben dem VfB Stuttgart auch der Aufsteiger aus Hoffenheim. Nach dem sehr überzeugenden 4:1 gegen den BVB werden die noch länger in der oberen Tabellenregion verweilen. Wenn in der Winterpause dann noch Michael Ballack, Cristiano Ronaldo und Didier Drogba kommen, könnte es was werden mit der Schale. Aber das ist ja gar nicht der Stil der TSG. Die verpflichten ja eher junge, talentierte Spieler. Vielleicht ja Rensing, der könnte auf dem Markt sein …

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

6 Gedanken zu „5 Tore für ein Halleluja – der fünfte Spieltag“

  1. :-) schon klar …

    Es ist aber interessant zu sehen, dass es eigentlich keine Mannschaft gibt, die richtig souverän agiert. Bremen spielt gegen Bielefeld nur Unentschieden, schießt dafür aber Bayern ab. Der HSV dreht ein Spiel nach dem anderen, wird dann aber mit nem 0:3 entschärft. Hoffenheim gewinnt 4:1, musste sich aber vor kurzem auch 2:5 geschlagen geben. Leverkusen verspielt am letzten Spieltag ne 2:0-Führung, tritt an diesem Spieltag aber mit am souveränsten auf. Schon von Meisterschaft o.ä. zu sprechen war sicher übertrieben, aber die Situation an der Tabellenspitze ist schon ziemlich offen/spannend …

  2. Aber der Aufsteiger wird doch mal verlieren können, wenn du ihn schon in einem Atemzug mit dem HSV, Werder und Leverkusen nennst. Und Niederlage bleibt Niederlage, ob 0:1 oder 0:5.

  3. Ja, ich finde es auch sehr erstaunlich wie Hoffenheim sich da schlägt und bin gespannt, wie das weitergeht – wie hoch die in München gewinnen … 😉

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